Hannah Maxellon in „SitzPlatzFuss“

SitzPlatzFuss

Von Hannah Maxellon

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Der Trend zum Zweithund nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Viele Hundebesitzer hegen den Wunsch, ihrem Hund einen vierbeinigen Partner zur Seite zu stellen und anlehnend an dessen Natur ein kleines Rudel aufzubauen. Gemeinsam sollen die Tiere voneinander lernen können und zum Beispiel füreinander da sein, wenn ihre Menschen anderen Verpflichtungen nachgehen. Um die Interaktionen zwischen ihnen besser verstehen zu können und zu lernen, feinste Signale der Körpersprache der Hunde zu erkennen, entstehen zurzeit allerlei Ansätze über kommunikative Verständigungstheorien gemeinsam lebender Haushunde.

Durch den vertrauensvollen Hinweis einer Frau, die selbst einst mit einem wilden Verbund von Hunden lebte, hörte ich das erste Mal von der Theorie der vererbten Rudelstellung der Hunde. Dieser interessante Ansatz basiert auf dem Gedanken, dass Wölfe und auch unsere Haushunde bereits in einer festen Rudelstellung geboren werden und ein Leben lang danach streben, ihre angeborene Stellung auszuüben. Grundsätzlich neugierig und interessiert gegenüber ursprünglicher kommunikativer Aspekte im Zusammenleben mit Hunden, bestellte ich mir zu diesem Thema das Buch von Barbara Ertel, „Der Verständigungsschlüssel zum Hund. Die vererbten Rudelstellungen der Hunde nach Philipp, Josef und Karl Werner. Ein anderer Blick auf die Sozialstruktur der Hunde“, aus dem Jahr 2012. Vielversprechend lässt der Werbetext den Hundefreund vermuten, dass hier die Natur des Hundes im Zentrum steht – nicht Tipps und Tricks, auf welchen Wegen ein Hund zu einem abgerichteten Dressurkünstler wird. Etwas über den Hund im Hinblick auf Barbara Ertels (beziehungsweise den Herren Werners) Erfahrungen der letzten circa 200 Jahre im Kontext unserer heutigen Zeit zu erfahren, versprach eine wahre Goldgrube an Wissen und Wahrheiten.

Barbara Ertel gibt an, bei Karl Werner (1902–1977) das Wissen über die vererbte Rudelstellung erworben zu haben. Ihrer Aussage nach war sie dessen einzige Schülerin und begleitete Karl Werner zu neugeborenen Welpen, bei denen er die Rudelstellung der einzelnen Hunde des Wurfes einschätzte. Von 1968–1969 habe Karl Werner Barbara Ertel sein Wissen mündlich und praktisch vermittelt, Aufzeichnungen zu diesem Wissen existieren nicht. Sie seien angeblich leider verschollen.

Laut Barbara Ertels erlerntem Ansatz existieren in einem funktionierenden Rudel sieben Rudelstellungen. Aufgeteilt in Leithunde und Arbeitshunde soll ein solches Rudel ideal zusammen arbeiten und leben können. Obwohl in unserer Gesellschaft nicht grundsätzlich sieben Hunde in einem Haushalt leben, sollen sich die einzelnen Hunde, laut Barbara Ertel, nach ihren jeweils zugehörigen Arbeits- oder Leittieren sehnen.

Die sieben Stellungen eines strukturierten Rudels setzen sich laut Barbara Ertel wie folgt zusammen:

Vorderer Leithund (sog. VLH)
2. Arbeitshund (Späher, sog. V2)
3. Arbeitshund (Wächter, sog. V3)
Mittlerer Bindehund (sog. MBH)
2. Arbeitshund (Nachrang Späher, sog. N2)
3. Arbeitshund (Nachrang Wächter, sog. N3)
Nachrang Leithund (sog. NLH)

Barbara Ertel beschreibt jeden Hundetyp ausführlich in ihrem Buch. Dabei geht sie auf die Bedürfnisse und Charakterzüge ein, die sie diesen Hunden zuspricht. Jeder Rudelstellung werden von Barbara Ertel bestimmte Verhaltensweisen zugeordnet. Fehlverhalten, wie beispielsweise Aggression, übermäßige Dominanz oder eine niedrige Reizschwelle, liegt nach ihrer Theorie ausschließlich in der jeweiligen Rudelstellung der problematischen Hunde begründet. Zudem lassen sich laut Barbara Ertel Arbeits- beziehungsweise Bindehunde nur sehr schwer als Einzelhund halten, und Leithunde seien grundsätzlich schwer bis gar nicht zu erziehen, geschweige denn zuverlässig zu trainieren.

Auffällig in Barbara Ertels Buch über die vererbten Rudelstellungen ist die Leichtfertigkeit, mit der sie sämtliche Probleme in der menschlichen und hündischen Kommunikation sowie der Interspezieskommunikation pauschaliert. Laut ihrer Darstellungen sind jedwede Verhaltensauffälligkeiten der Hunde ausschließlich auf falsch gelebte Rudelstellungen zurückzuführen. Barbara Ertel beschreibt zu keiner Zeit den Einfluss von Sozialisation, rassetypischen Eigenschaften und Zuchtlinien, Umwelteinflüssen der Haltung oder aber traumatischen Erfahrungen im Leben der Hunde. Da bislang keine weiteren Veröffentlichungen zum Thema „vererbte Rudelstellungen“ existieren, können keine Vergleiche zwischen den Erfahrungen anderer Beobachter gezogen werden.

Barbara Ertel bietet zur Einschätzung der Rudelstellung von Hunden Workshops an. Allein im Jahr 2014 können in circa 50 ausgeschriebenen Workshops – meist in Bayern – Gruppen zwischen 10 und 20 Personen die Rudelstellung ihrer Hunde bestimmen lassen. Die derzeitigen Preise für die Teilnahme belaufen sich pro Person auf 100 € und pro Hund auf 50 € für sogenannte „Neueinschätzer“. Wiederholer der Workshops, die zum Beispiel ihre Hunde zum Gegenschätzen neuer Hunde anbieten, oder aber interessierte Hundebesitzer, die Barbara Ertels Arbeit vertiefend kennenlernen möchten, zahlen 35 € pro Teilnahme.

Rudelstellung03_kleinUm mir ein persönliches Bild zu machen, meldete ich mich mit einer Begleitperson und unseren beiden Hunden zu einem solchen Workshop an. Der von uns besuchte Workshop in Bayern fand auf einer eingezäunten Wiese statt. Alle Hundebesitzer standen innerhalb der Wiese und beobachteten die jeweiligen Hunde. Einen vorbereiteten Ablaufplan befolgend, wurde jeder Hundebesitzer einzeln aufgerufen, seinen Hund auf die Wiese zu bringen und dort abzuleinen. Barbara Ertel bestimmte ab diesem Zeitpunkt mit forschen Anweisungen den gesamten Ablauf. Sie teilte den Teilnehmern ihre Vermutung mit, ohne Begründungen hierfür zu geben. Lediglich in Einzelfällen ging sie auf Verhaltensweisen des Hundes ein, die sie zu ihrer Annahme über dessen Rudelstellung führten. Nach Verkündung ihrer Vermutung wies sie einen Helfer an, einen bestimmten anderen Hund zum Neuling auf die Wiese zu bringen.

Sämtliche Hunde der Helfer von Barbara Ertel sind bei jedem Workshop vor Ort in den Autos ihrer Besitzer. Während des gesamten Ablaufs der Workshops müssen sie im Auto verharren und darauf warten, einen kurzen Augenblick mit einem völlig fremden Hund auf einer Wiese zu laufen. Letzteren Prozess beschreibt Barbara Ertel als „Gegenstellen“. Ihrer Meinung nach würde der ihrerseits bereits eingeschätzte Hund eines Helfers die Stellung des neuen Hundes bestätigen oder verwerfen. So wird zu einem vermuteten Vorderen Leithund beispielsweise ein Arbeiter V2 zum Gegenstellen beordert, um die Position zu bestätigen, oder aber ein stellungsunpassender Hund – zum Beispiel ein Arbeiter N2 –, um mögliche Einwände zu der vermuteten Stellung zu verwerfen. Die Teilnehmer des Workshops – speziell die Neueinsteiger – werden nicht über die Details aufgeklärt, anhand derer Barbara Ertel die Rudelstellung zu erkennen vermag. Sie sind lediglich die Beobachter, die zwar Fragen stellen dürfen, welche aber meist nur oberflächlich beantwortet werden. Sämtliche Fehler, die Hundehalter im bisherigen Umgang mit ihren Hunden gemacht haben sollen, und Anweisungen, wie die Hunde künftig gehalten werden müssen, sind Schwerpunkte der Gesprächsinhalte nach den Einschätzungen.

Im Verlauf des von uns besuchten Workshops von Barbara Ertel wurde deutlich, dass Zweifel an ihren Darstellungen und ihrer Kompetenz nicht erwünscht sind. Barbara Ertel verdeutlicht im Workshop, im Internet auf ihrer Hompage www.rudelstellung.eu sowie in diversen Hundeforen, dass sie ihr Wissen nicht theoretisieren beziehungsweise darüber dabattieren will. Das Wissen über die Rudelstellung der Hunde ist für Barbara Ertel Gesetz. In ihren Wirkungskreisen, den Workshops und auch der interessierten Öffentlichkeit gegenüber lässt sie keine kontroversen Meinungen oder kritische Fragen zu diesem Thema zu. Barbara Ertel bezeichnet sich aufgrund ihrer Lehre bei Karl Werner als einzige kompetente Person mit der Fähigkeit, die Rudelstellung der Hunde tatsächlich erkennen zu können. Sie rühmt sich damit, alleinige Trägerin dieses Wissens zu sein. Die Dramaturgie dieser Einstellung ist dabei weitreichender, als man anfangs annehmen würde.

Während unseres Workshops stellte beispielsweise eine Frau ihre beiden Hunde nacheinander vor. Sie berichtete, mit einem der Hunde im Alltag große Probleme bei Begegnungen mit fremden Hunden gehabt zu haben. Seit sie ihren Hund nach einer bestimmten Trainingsmethode trainiere, sei das Verhalten des Hundes deutlich gebessert und er laufe nun immer ruhig bei ihr. Barbara Ertel verurteilte dieses (Zitat) „zerstörende Konditionieren“ schwer, da sie in dem vorgestellten Hund einen Mittleren Bindehund erkannt habe und das Training die Fähigkeiten dieses Hundes unterdrücken würde. Ähnlich massiv geht Barbara Ertel bei der Einschätzung eines sogenannten „Doppelbesatzes“ vor. Es bedeutet, dass zwei Hunde derselben Rudelstellung in einem Haushalt leben und sich täglich miteinander arrangieren müssen. Dieser fatale Doppelbesatz habe laut Barbara Ertel immer gravierende Folgen, die früher oder später definitiv eintreten würden. Zudem sei ein Doppelbesatz zwischen Leithunden in ihren Folgen gravierender als jener zwischen Arbeitshunden. Leithunde würden ihre Stellung im Zweifel bis zum Tod verteidigen – diese Aussage findet sich auch in Barbara Ertels Buch wieder.

Einen solchen fatalen Doppelbesatz diagnostizierte Barbara Ertel auch bei meinen Hunden. Ihre individuellen Charakterzüge ignorierend, schätzte sie beide Hunde als Vordere Leithunde ein. Mein Schäferhundmischling Nanuq, sechs Jahre, wäre in seiner Stellung fähig und würde seine Stellung leben. Meine Wolfshündin Aiyana, zwei Jahre, hingegen sei ein sogenannter Schläfer und in ihrer Stellung bislang durch den Rüden unterdrückt. Mit Vollendung ihres dritten Lebensjahrs würde sie die Stellung meines Rüden jedoch anfechten und einen Kampf auf Leben und Tod mit ihm führen – so Barbara Ertel. Noch während der Einschätzung der Hunde prophezeite sie ein blutiges Ende der beiden Tiere, sofern ich sie nicht durch eine sofortige Trennung und Weitervermittlung eines Hundes aus dieser fürchterlichen Situation erlösen würde.

Probleme im Alltag gibt es mit beiden Hunden nicht. Es ist stets ein harmonisches Miteinander zu beobachten. Beide Tiere laufen grundsätzlich frei, sind gut erzogen und vertragen sich mit ihren Artgenossen, Menschen und sämtlichen anderen Tieren. Während des Workshops wurden jedoch alle Argumente abgewiesen, die das Zusammenleben meiner Hunde positiv verdeutlichten. Die Orientierung meiner Hunde am jeweils anderen wurde als Abdrängen und Verscheuchen des Gegenübers interpretiert. Die Hunde würden sich gegenseitig ununterbrochen verdeutlichen, dass bereits ein Leithund vorhanden sei. Selbst die gestiegene Ausgeglichenheit meines Schäferhunds seit Einzug der Wolfshündin wurde von Barbara Ertel und ihren Helfern als innere Vorbereitung auf den Kampf gewertet.

Mit fortschreitendem Verlauf des Workshops wurde immer deutlicher, dass Barbara Ertel sämtliche Sorgen und Probleme der Hundehalter durch die Rudelstellungen zu erklären versucht. Jedoch wurden von Barbara Ertel auch Probleme diagnostiziert, die nicht bestanden, und Ratschläge erteilt, deren Folgen schwerwiegender kaum sein könnten. Denn nicht nur mir wurde zur Abgabe eines oder mehrerer Hunde geraten.

Die wirren Ansichten der Rudelstellungsanhänger erstrecken sich auch im Internet. Im Forum von www.rudelstellungen.eu erhält man daher erst nach Teilnahme an einem Workshop den Zugang zu geschlossenen Unterforen, in denen die Prinzipien der Rudelstellung vertieft werden und Videos von Barbara Ertels Einschätzungen von den Workshops zu sehen sind. Innerhalb des Forums werden die Hunde außerdem nur nach ihrer Rudelstellung benannt. So sprechen Hundebesitzer nicht von „Lucky“ oder „Emma“, sondern reduzieren ihre Hunde auf die Kürzel ihrer Rudelstellung, zum Beispiel VLH (Vorderer Leithund), MBH (Mittlerer Bindehund) oder N3 (Nachrang Arbeitshund). Namen werden selten bis gar nicht genannt, und wenn, dann ausschließlich in Kombination mit den genannten Kürzeln (Emma VLH).

Des Weiteren werden innerhalb der geschlossenen Unterforen die Hunde zur Vermittlung angeboten, die gemäß ihrer erkannten Rudelstellung im Hausbestand der Hundehalter nun stören würden. Dass in vielen Hundegruppen eines Haushalts keinerlei Probleme zwischen den Tieren bestehen, wird von den Anhängern der Rudelstellung nicht akzeptiert. Sämtliche vermeintlich positiven Verhaltensbeschreibungen zu Hunden aus einem angeblich fehlerhaften Hausbestand bestärken die Anhänger der Rudelstellung nur weiter in ihrer Annahme, dass die Tiere leiden würden und dass das bestehende Elend umgehend beseitigt werden müsse. Folge des massiven Drucks auf die Halter von Doppel- oder Fehlbesätzen (bei einem Fehlbesatz fehlt zwischen zwei Rudelstellungen der „passende“ Hund) sind zunehmende Vermittlungsanzeigen über die Abgabe und Suche bestimmter Rudelstellungen für den eigenen Hausbestand. So kommt es vor, dass Hunde trotz jahrelangen entspannten Lebens in ihrer Familie abgegeben werden, weil Barbara Ertel eine problematische Rudelstellung zu erkennen behauptet. Die Angebote und Gesuche indes sind ähnlich bizarr wie ihre Gründe:
„Stellungsfähiger V3 sucht neuen Wirkungskreis. Gesucht wird hingegen ein V2“

Hunde werden getauscht oder abgegeben, um neue anzuschaffen. Überforderte Besitzer nehmen auf Geheiß hin einen weiteren Hund auf, in der widersinnigen Hoffnung, dass sich sämtliche Probleme nun lösen würden. Junge Hunde werden zu teilweise sehr alten oder unverträglichen Hunden hinzugenommen, und einige Mehrhundehalter trennen innerhalb des Hauses ihre Hunde auf Empfehlung hin dauerhaft durch verschiedene Räume oder Etagen. Selbstverständlich gehen diese Hundehalter auch nur noch einzeln mit jedem Hund spazieren.

Rudelstellung02_kleinHundekontakt zu nicht eingeschätzten Hunden ist im Kontext der Rudelstellung konsequent untersagt. Barbara Ertel beschreibt den Besuch von Hundewiesen als Katastrophe für die Hunde und empfindet Hundesport jeder Art als fürchterlichen und egoistischen Akt der Hundebesitzer. Ihrer Ansicht nach benötigen Hunde ausschließlich stellungspassende weitere Hunde, mit denen sie arbeiten und agieren können. Sämtliche erzieherischen Eingriffe des Menschen sind in dem Ansatz der Rudelstellung ebenfalls unerwünscht.

Die Folgen dieser Hundehaltung waren während des gesamten Workshops deutlich zu erkennen: Bereits eingeschätzte Hunde der Helfer von Barbara Ertel wurden von ihren Besitzern zum Teil nur noch angeschrien, da sie fern jeder Erziehung oder Kontrolle andere Hunde angriffen oder umrannten. Keiner dieser Hunde schien zu einem entspannten alltäglichen Leben fähig zu sein. Einer der Helfer gab sogar an, die Hunde nie frei laufen lassen zu können. Er würde sie ausschließlich innerhalb der eingezäunten Wiese auf Workshops oder in speziell isolierten Stellungsläufen eingeschätzter Hunde freilassen. Barbara Ertel unterstützt dieses Verhalten. Selbst ihr eigenes junges Rudel – bestehend aus vier Hunden – lebt ausschließlich in ihrem Garten und im Haus. Weitere Außenreize, so Barbara Ertel, benötige ein strukturiertes Rudel im ersten Lebensjahr nicht.

Durch das extreme Verhalten der Rudelstellungsanhänger wird wieder deutlich, dass wir mit unseren Hunden in einer Welt voller menschengemachter Probleme leben. Ohne die Idee über strukturiert zusammenlebende Hunde grundsätzlich negativ zu bewerten, ist die angeblich fachkompetente Vermittlung dieses Themas und die fanatischen Folgen für Mensch und Hund beängstigend. Barbara Ertel wirkt unter den Bewunderungen und dem Zutun ihrer Helfer wie der Guru einer Sekte. Immer wieder betont sie, alleinige Trägerin des Wissens über die vererbte Rudelstellung zu sein. Sie macht den Hundehaltern einerseitzs ein schlechtes Gewissen und verunsichert sie mit der Voraussagung, dass sich durch einen Wechsel im Hausbestand alles zum Positiven ändern wird. Selbstverständlich kann sie an Hundezüchter verweisen, die im Sinne der Rudelstellung Hunde vermitteln. All dies geschieht unter dem Deckmantel des respektvollen Umgangs mit unseren Hunden, dem sich der Mensch mit seinen Empfindungen unterzuordnen hat.

Es ist selbstverständlich, dass wir unsere Hunde respektieren und ihnen ein unbeschwertes Leben, an ihren Bedürfnissen orientiert, ermöglichen sollten. Diese wunderbaren Tiere in das wahnhafte Konstrukt der unumstößlichen Rudelstellung einzuordnen, die den Menschen in eine abseitige und unnötige Position manövriert, ist meines Erachtens gefährlich. Eine konsequente Überforderung der Hunde findet statt, wenn die Menschen sich als Führungspersonen der Verantwortung in dem Glauben entziehen, ihre Hunde besäßen die Kompetenz, eigene Entscheidungen in unserem menschlichen Alltag treffen zu können.

Die Persönlichkeit der eigenen Hunde dann noch auf einfache Buchstaben- und Zahlenkürzel zu reduzieren und bei unpassendem Hausbestand willkürlich die Tiere in internen Tauschbörsen anzubieten, schafft keinen respektvolleren und den Hunden angepassten Umgang. Es schafft vor allem eines: Tierleid, das wegen Degradierung der eigenen Hunde durch die kommerziell und wahnhaft orientierten Machenschaften einer selbst ernannten Fachfrau seinen Höhepunkt findet. Ich kann nur an jeden Hundehalter appellieren, seine Hunde selbst genau zu beobachten. Ich bin mir sicher, dass sich die meisten Hunde – unabhängig von ihrer vermeintlichen Rudelstellung – nichts mehr wünschen, als gemeinsam mit ihren Besitzern und anderen Lebewesen der Familie in Liebe und Sicherheit leben zu dürfen.

Originalartikel in „SitzPlatzFuss“

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