Rudelstellungen – Fragen und Antworten

Da diese Website mittlerweile eine große Menge an Informationen zum Rudelverhalten von Wölfen und Hunden bietet, sind hier die häufigsten Fragen zu „Rudelstellungen“ mit kurzen Antworten zusammengefasst. Lange Antworten finden Sie unter Interviews, Artikel und Hintergründe. Wenn Sie uns etwas fragen wollen, können Sie dies unten per Kommentar tun. Themen von allgemeinem Interesse werden vom Team in 1-2 Tagen beantwortet.

Was ist ein Rudel?

Bei Wölfen und Wildhunden ist ein Rudel ein Familienverband aus Elternpaar und Nachwuchs. Bei Haushunden gibt es keine Rudel in diesem Sinne. Freilebende Hunde finden sich jedoch zuweilen zu Gruppen zusammen, die gemeinsam ruhen, spielen und sich bewegen.

Gibt es Rudelstellungen?

Ja. Ein Rudel hat zumeist ein leicht identifizierbares Leittierpaar – bei Wölfen die Eltern. Zudem entwickeln Hunde und Wölfe innerhalb von Verbänden unterschiedliche Rollen und Rangstufen. Vorprogrammierte Hundetypen wie „VLH“, „N3“ oder „NLH“ gibt es nicht, doch jeder Hund hat einen eigenen Charakter und individuelle Kompetenzen, die seine Stellung in der Gruppe beeinflussen.

Sind Rudelstellungen „vererbt“ oder „angeboren“?

Nein. Jeder Wolf wird Leitwolf, sobald er Nachkommen gezeugt hat – Vererbung spielt dabei keine Rolle. Beobachtungen von Kanidenverbänden zeigen deutlich, wie die anderen Rollen und Ränge erarbeitet werden. Sie hängen von Gruppenzusammensetzung, Situation, Alter, Geschlechtsreife und anderen veränderlichen Merkmalen ab. Ein allein lebender Hund hat keine Rudelstellung. Nach der Erfahrung von Meuteführern dauert das Ausbilden einer Rangstruktur innerhalb einer Hundegruppe etwa 2 Wochen; allerdings können sich Ränge auch nach Jahren noch ändern. Die Vererbung beeinflusst Wesen und Verhalten bei Hunden nur zu etwa 25% (bei Menschen: ca. 50%).

Aber RS-Gläubige „sehen sie“ doch?

Tatsächlich berichten Rudelstellungs-Anhänger, nachdem sie viel Geld für die Einschätzung ihres Hundes bezahlt haben, dass sie dessen „Stellung“ nun auch selbst sehen (skeptischere Berichte werden im RS-Forum sofort gelöscht). Andere schildern begeistert, wie RS ihre Hunde von Krankheiten heilt, die deutsche Sprache verstehen oder telepathische Befehle befolgen lässt. Manche dieser Schilderungen sind offensichtlich frei erfunden (etwa hier), die meisten beruhen aber eher auf subjektiver Wahrnehmung und dem Zugehörigkeitswunsch zur RS-Gruppierung.
Trotz mehrerer Versuche ist es bisher weder der Vereinsgründerin Ertel noch einer ihrer Anhängerinnen gelungen, eine einzige „strukturierte“ Hundegruppe mit erkennbaren Rudelstellungen zusammenzustellen. Auch auf den vom Verein produzierten „Workshop“-Videos (etwa hier und hier) konnten Fachleute keine der angeblichen Rudelstellungen bestätigen.

Kann Barbara Ertel tatsächlich die Rudelstellung eines Hundes erkennen?

Nein. Ränge und Rollen lassen sich zwar in Kanidengruppen durchaus identifizieren, aber dies erfordert Beobachtung und Sachkunde. Ehemalige RS-Anhänger sind sich einig – und auch Ertels Forenbeiträge, ihre Ratschläge bei „Workshops“ und ihr Scheitern bei der eigenen Hundehaltung zeigen dies deutlich – dass ihre Kenntnisse über Hundeverhalten oder gar Rudelstrukturen nirgends über oberflächliches Laienwissen hinausgehen. In der Hoffnung, eine Sachkundeprüfung zu umgehen, hat sie ihre „Workshops“ ab 2015 mit einer „Vereins-Tagesmitgliedschaft“ gekoppelt.

Geht die RS-Lehre wirklich auf den „Adels-Rudelzüchter“ Karl Werner und seine Vorfahren zurück?

Nein. Ein Gärtner und Hundehalter Karl Werner war ein früherer Nachbar der RS-Erfinderin Barbara Ertel. Laut Zeitzeugen besaß er zwischen 1966 und 1968 eine Wolfsspitzhündin, deren Würfe er von einem Mitarbeiter seiner Gärtnerei aufziehen liess. Mit Hunderudeln, Adelshäusern, Züchterbetreuung oder mit Ertel selbst hatte er allen Angaben nach nichts zu tun. Seine Vorfahren waren Winzer, keine Hundezüchter. Ertel hatte ihre RS-Lehre 2010 auf einem Hundeforum ausgedacht, anfangs offenbar nur, um User des Forums zu beeindrucken. Erst zur kommerziellen Auswertung der Lehre wurden Karl Werner und seine Vorfahren posthum zu deren Entdeckern erklärt.

Stimmt es, dass Genforschung zur Rudelstellungslehre durchgeführt wurde?

Nein. Bei dem angeblichen Forschungsbericht auf der RS-Website handelt es sich in Wirklichkeit um einen irreführend wiedergegebenen Auszug aus einer Studienarbeit zu einem ganz anderen Thema. Nach Aussage des Autors der Arbeit hat dieser keine Verbindung zu RS und plant weder eine RS-Genforschung, noch weiß er von sonstigen „RS-Forschern“. Die auf der RS-Website behauptete Verschwörung der Uni-Leitung, die die RS-Forscher in den Untergrund gezwungen hätte, ist frei erfunden.

Sind die weiteren Informationen auf der RS-Website – Welpen-Schlafpositionen, Wurfqualitäten, Tabuzonen usw. – ebenfalls komplett erfunden, oder ist etwas davon richtig?

Die Kontonummer für Spenden ist vermutlich richtig.

Wie kommt es, dass mein Hund sich in ein „passendes Rudel“ sofort integriert?

Das hat nichts mit RS zu tun. Sogar „Problemhunde“ zeigen oft zur Verblüffung ihrer Halter innerhalb einer Gruppe angepasstes, entspanntes Verhalten – egal welche „Rudelstellung“ sie angeblich haben.

Wie erkenne ich die Rudelstellung meines Hundes?

Wenn Sie hören wollen, dass Ihr Hund ein „Leithund“ ist, buchen Sie einen RS-„Workshop“. Wenn Sie aber die Stellung wirklich interessiert, bringen Sie Ihren Hund in eine feste und nicht zu große Hundegruppe, etwa beim Dogwalking. Beobachten Sie die Interaktion Ihres Hundes mit den anderen und verfolgen Sie, wie diese sich je nach Gruppensituation und -Zusammensetzung verändert. Nach der Erfahrung von Meuteführern dauert das Ausbilden einer Rangordnung innerhalb einer Hundegruppe etwa 2 Wochen.

Wodurch schaden RS-Anhänger ihren Hunden?

Für die meisten Hunde hat RS keine Langzeitfolgen, da sich ihre Besitzer bald nach dem „Workshop“ von der Lehre wieder abwenden. Dauerhafte Haltung „in Stellung“ kann allerdings schwere Verhaltensstörungen verursachen, die auch auf Videos von Hunden der Vereinsführerin Ertel und ihres engeren Anhängerkreises deutlich sichtbar sind. Mehrere der „strukturiert lebenden“ Hunde der Vereinsmitglieder wurden bei Beißereien untereinander schwer verletzt oder getötet. Ertel selbst liess in den letzten Jahren mindestens vier ihrer eigenen Hunde wegen „Aggression“ oder anderen Fehlverhaltens einschläfern.
Auch ohne solche drastischen Folgen kann RS-Haltung schwerwiegende Auswirkungen auf die ihr ausgesetzten Hunde haben. Dazu zählen Deprivationssyndrome wie Stereotypien oder Apathie durch Reizentzug, Fehlsozialisierung durch Verweigerung sozialer Kontakte, Verhaltensprobleme durch falsche oder fehlende Erziehung sowie Traumatisierung durch sinnlose Trennungen.

Was ist beim Welpenkauf von einem „RS-Züchter“ zu beachten?

Zucht nach der Vorstellung Ertels bedeutet, dass Welpen sofort vom Wurf getrennt (um „Doppelbesatz“ zu korrigieren) und dauerhaft in Reizdeprivation gehalten werden (um sich zu „professionalisieren“). Sie bekommen einen nicht sozialisierten und vermutlich verhaltensgestörten Hund, den Sie mit viel Geduld an ein normales Hundeleben gewöhnen müssen. Falls der Züchter wirklich an vererbte Rudelstellungen glaubt, ist zudem auch in anderen Bereichen der Hundeaufzucht mangelnde Sachkunde zu befürchten.

Warum ist RS für manche Hundehalter attraktiv?

Hunde sind komplexe Wesen mit vielfältigem und flexiblen Verhalten. Damit umzugehen ist für viele Hundehalter nicht einfach. Hundeschulen, -Trainer und selbsternannte Experten mit zahllosen Methoden tragen zur Verwirrung bei. Das Ausblenden der Komplexität, das Denken in festen Schubladen, die Abgabe der Verantwortung und die feste Zugehörigkeit zu einer Gruppierung gibt manchen Menschen ein Gefühl der Sicherheit.

Wieviele RS-Anhänger gibt es?

Das RS-Forum hat 2000 registrierte User, so dass man unter Berücksichtigung der üblichen Dunkelziffer auf 4000-6000 zeitweilige Anhänger kommt. Dies entspricht auch der geschätzten Zahl der „Workshop“-Besucher bis 2015. Zwar haben die meisten der RS-Lehre inzwischen wieder den Rücken gekehrt, aber eine kleine Gemeinde von Anhängern versucht auch heute noch, ihre Hunde strikt „RS-konform“ zu halten.

Welche Einnahmen erzielt RS?

Bei Annahme von 3000 Einschätzungen mit je 200 EUR Durchschnittsgebühr ergeben sich Einnahmen von 600.000 EUR. Die von Ertel erwarteten regelmäßigen Spenden ihrer Anhänger und ihre zahlreichen weiteren Gebühren für RS-Dienste sind dabei nicht mitgerechnet.

Ist RS eine Sekte?

Nein, jedenfalls nicht zu Beginn. Viele Anhänger sahen in RS nur eine bequeme oder trendige Methode der Hundehaltung. Allerdings lässt sich auf dem RS-Forum mittlerweile eine Kerngruppe von etwa 30 Anhängern mit deutlich sektenartigem Verhalten identifizieren (devote Führerverehrung, Dogmatismus, Abschottung in einer Phantasiewelt, Hetze gegen Andersdenkende). Es sind vor allem diese 30, die Neulinge stets überschwänglich willkommen heißen und versuchen, sie zur Buchung eines „Workshops“ zu bewegen.

Beim RS-„Workshop“ wurde ich vor dem Besuch dieser Website eindringlich gewarnt. Ist es wahr, dass die ‚kommerzielle Hundeszene‘ mit diesem Blog das Wissen um die vererbten Rudelstellungen unterdrücken will? 

Keiner der Betreiber dieses Blogs hat irgendeine Verbindung zur kommerziellen Hundeszene. Auch ist es nicht nachvollziehbar, wieso diese ein Interesse an der Unterdrückung von „RS-Wissen“ hätte. Im Gegenteil: Mit jedem neuen Trend lassen sich stets trefflich Geschäfte machen.

Warum überhaupt ein Blog speziell zu RS? Es gibt doch noch mehr Missstände in der Hundewelt?

Es gibt mehr und teilweise schlimmere Probleme, z.B. fehlgeleitete Zuchtziele. Allerdings sind diese seit längerem bekannt und thematisiert, während es sich bei RS um ein neues Geschäftsmodell zu Lasten von Hunden handelt.

Hat ein aufklärerisches Blog nicht den gegenteiligen Effekt, indem es RS erst recht bekannt macht?

Nein. Informierte und kompetente Hundehalter werden keine RS-Anhänger. Wissen nimmt Scharlatanerie und irrationalen Lehren die Existenzbasis.

Nach einem Jahr ‚Klargestellt‘: Ist es mit RS nun vorbei?

Zumindest noch nicht ganz. Es hat sich zwar viel getan: Tierschutz-Organisationen sind auf das RS-Problem aufmerksam geworden. Hundetrainer, die auf den Zug aufgesprungen waren, haben sich wieder distanziert. Rudelstellungs-Werbung verschwand von den Websites von Züchtern und Hundeschulen – und schließlich, nach vielen Anläufen, sogar von der Website des ZDF. Die RS-Anhängerschaft ist auf ein kleines, allerdings um so fanatischeres Grüppchen zusammengeschrumpft. Vielen Hunden hat Klargestellt vermutlich ein RS-Leben und einigen einen frühen Tod erspart.
Mittlerweile hat sich RS darauf verlegt, aus der verbliebenen Anhängerschaft über obligatorische „Wiederholer-Workshops“ und neue Gebühren noch möglichst viel Geld herauszuholen. Dennoch versuchen Anhänger auch weiterhin, neue Mitglieder anzuwerben. Immer noch lassen leichtgläubige Hundehalter sich hin und wieder Einschätzungs-„Workshops“ aufschwatzen, ohne sich vorher über Rudelstellungen zu informieren. Immer noch werden Hunde durch RS-Haltung traumatisiert, zuweilen schwer verletzt oder getötet. Aufklärung ist weiter nötig.

Und auch wenn RS lange vergessen ist, wollen wir diese Website noch als eine Art Mahnmal weiter online lassen – denn neue Hunde-Scharlatane stehen bestimmt schon in den Startlöchern.

50 Gedanken zu „Rudelstellungen – Fragen und Antworten

  1. Ungerudelt

    Frage:
    Aber man liest doch auch immer wieder, dass sich Hundehalter von vRS – wie von vielen anderen Philosophien und Methoden auch – einfach nur das für sich Passende und Beste herausnehmen und dadurch vRS als sehr hilfreich ansehen?

  2. jcl Artikelautor

    Hängt vom Passenden und Besten ab. Wenig Spaziergänge, keine Hundekontakte mehr und keine Erziehung mag Haltern sehr hilfreich vorkommen, ist es aber meistens nicht für ihre Hunde.

    Wenn man sich aber vornimmt, den Hund besser zu beobachten und auf seine Individualität einzugehen, dann hat man etwas Positives mitgenommen. Das hätte man allerdings auch ohne RS haben können.

  3. Susanne

    Zitat: „Mehrere Organisationen sind auf das RS-Problem aufmerksam geworden. “

    Kann man das etwas näher erläutern? Danke!

  4. jcl Artikelautor

    Die, die bereits reagiert haben, findet man unter „Links“, „Statements von Organisationen“.

  5. Brigitta Kramer

    Sind schon professionelle Züchter bekannnt, die ihre Würfe nach RS behandeln und diese Tiere auch nur RS-entsprechend weitergeben?

  6. Martina Wolsch

    Die grundlegende Frage für mich ist und bleibt , gibt es sieben angeborene Stellungen bei den Kaniden ?
    Sprich ist die jeweilige Fähigkeit des Kaniden angeboren und wird mit Beginn des Welpenalters durch die jeweiligen anderen Stellungen der Welpen und älteren Kaniden gefördert und gefordert um ein Leben lang erhalten zu bleiben oder werden diese Fähigkeiten angelernt und ändern sich diese Fähigkeiten durch erlernen, z.Bsp. ein “Wächter“ wird ein “Leittier“ ?

    Und diese Frage kann meines erachtens weder mit JA noch mit NEIN beantwortet werden !
    Es gibt bislang keine fundierte wissenschaftliche Studie darüber. Ich denke es wäre von Interesse dies herauszufinden, über eine DNA-Analyse. Der heutige Wissenstand besagt nichts darüber inwieweit wir Tiere verstanden haben. Jedoch lassen die Interpretationen und Studien das Tier immer mehr verstehen, bezugnehmend auf Intelligenz, Verhalten und Charakter.

    Meine Beobachtung bzw. Interpretation ist, das ein Hund seinen Charakter/ Fähigkeit vom Welpe an bis zum Tod behält, sprich der Hund war ein Leben lang ein Wächter und ein anderer Hund hatte den Charakter eines Leittieres ebenfalls ein Leben lang. Insofern kann ich der Philosophie der vererbten Rudelstellung Rechnung tragen. Jedoch kann auch ich nicht ersehen ob diese Fähigkeit/Charakter angeboren ist. Einen anderen Hund würde ich als den Mittleren Bindehund interpretieren. (Nach Lesart der Lektüre “Der Verständigungsschlüssel zum Hund“, sowie Lesen im Forum der vererbten Rudelstellung) Dieser wurde als unverträglich zu anderen Hunden benannt, jedoch stellte sich bei längerer genauer Beobachtung heraus, das dieser versuchte, die anderen Hunde in eine Art “Ordnung“ zu bringen. Unruhige und distanzlose Hunde wurden gemaßregelt Mit ruhigen,souveränen Hunden wurden Sozialgesten getauscht … , manchmal schien dieser Hund auch überfordert zu sein mit Situationen, in denen er diese “Ordnung“ nicht herstellen konnte, dies äußerte sich durch ständiges hin und herlaufen des Hundes zwischen den anderen Hunden und dem Mensch, hier verweilte der Hund kurz mit Blickkontakt und Körperkontakt Aufnahme ( Anlehnen) und wechselte wieder zu den anderen Hunden.

    Und wie ist es mit der “Entschleunigung“ , dem Untersagen von Hundesport, Agility etc. ?
    Auch auf dieser Seite wird dem Zugestimmt, das eine Entschleunigung Hunden helfen kann und das die Hundesportaktivitäten ein unerträgliches Maß annehmen.
    http://www.youtube.com/watch?v=dXRQk3mX4FM
    http://www.youtube.com/watch?v=HN38ZiLbc0g
    http://www.youtube.com/watch?v=OWL-WAylEyQ
    Diese Videos erinnern mich an Zirkusattraktionen. Nur mit dem Unterschied, man ist auf dem Weg Darbietungen mit Tieren im Zirkus abzuschaffen. Und bei Hunden werden immer Neuere Absurditäten, meines erachtens erfunden, in dem vielleicht auch guten Glauben, das ein Kanide dies benötigt.
    Ich habe noch die Erinnerung aus meiner Kindheit, bei einem Jahrmarkt Besuch gab es eine “Attraktion“ bei der Hunde in Kleidung gesteckt wurden und auf zwei Beinen durch eine Kulisse laufen mussten. Es war für mich so prägend, das sich meine Sichtweise zum Tier so entwickelt hat, das ich im Tier eine Persönlichkeit sehe und diese achte und ein Tier nicht für meine Unterhaltung nutze oder geschweige denn esse. Hier mag jeder für sich eine Entscheidung treffen.

    Der Aspekt des Tauschens und Abgebens der Hunde ist in Deutschland nicht nur bei der vererbten Rudelstellung der Fall. Das passiert tagtäglich ohne Beachtung von diesen Kriterien und ohne Hinterfragung ob es dem Hund dabei gut geht oder nicht, geschweige denn wie die Zukunft des Hundes aussehen soll.
    Unter der Sichtweise der vererbten Rudelstellung ist der Tausch und die Abgabe, mehr ein Fall für die Mehrhundehalter. Meine Beobachtung/Interpretation ist, das ein Hund aus einer Mehrhundehaltung besser damit zurecht kommt, als ein Hund aus einer Einzelhund-Haltung ( da die Mensch-Hund Beziehung intensiver gewachsen ist ), wobei nach der Sicht der vererbten Rudelstellung dies ja sowieso nicht direkt zur Disposition steht.

    Die Philosophie der vererbten Rudelstellung wirft viele Fragen auf, die zum derzeitigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden können. Ja, es ist auch eine Theorie die eines Tages bewiesen oder verworfen wird. Mit Recht muss man Hinterfragen und Nachfragen um diese Philosophie zu entkräften oder zu bestätigen.

    Wir leben im Zeitalter einer arroganten Selbstsicherheit. Ich bilde mir kein Urteil über Menschen die ich nicht kenne und von denen ich nicht weiß wie sie selbst zu einer Einstellung gekommen sind. Ich finde es sehr gefährlich, das Menschen ihren Namen, ihre Persönlichkeit schützen müssen, nur weil sie in Kontakt mit der vererbten Rudelstellung gekommen sind, also etwas vertreten oder auch nur zu arbeiten. Ich denke das Menschen, die andere Menschen bedrohen, sich nicht mehr um Sachlichkeit bemühen , sondern einem Fanatismus verfallen sind.

    Aber diese Diskussion besteht nicht nur bei den Kaniden, sondern auch über die Gene der Menschen.
    Inwieweit doch die Gene unser Leben beeinflussen :
    http://www.tagesspiegel.de/wissen/zwillingsstudien-intelligenz-ist-erblich/6065240.html
    http://www.ifdn.tu-bs.de/didaktikbio/docs/Familie&Co.pdf
    Und ich denke das die Umstrittene Sichtweise am Ende aus letzterem Text auch auf die Kaniden zutrifft.

    Ich bin gespannt wohin die Reise geht ….
    Martina

  7. jcl Artikelautor

    Brigitta: Sofern man unter ‚professionellen‘ Züchtern alle versteht, die durch Welpenverkauf substantielle Einnahmen erzielen, gibt es tatsächlich einige solche Züchter, die mit RS eine Marktlücke entdeckt zu haben meinen. Wir sind an diesem Thema dran.

    Martina, ich fasse deinen Kommentar zu folgender Frage zusammen: Kann man nach dem heutigen Stand der Kanidenforschung und der Genetik klar entscheiden, ob sieben angeborene Stellungen bei Kaniden existieren oder nicht? Die Antwort auf diese Frage ist ja. Die Gründe würden den Rahmen eines Kommentars sprengen, aber einen Überblick findest du bei den Artikeln und Interviews mit Forschern und Genetikern. Der genetische Einfluss auf den Charakter liegt bei Kaniden je nach Studie bei 20% bis 30%.

  8. Brigitta Kramer

    Vielen Dank, jcl, genau so hab ich das gemeint. Super, daß ihr da dran seid. Danke für die schnelle Antwort.

    Ich schließe eine Frage an:

    Sind euch außer dem „Volpino-Experiment“ noch andere, ähnliche „Experimente“ mit anderen Hunden bekannt?

    @ Martina

    Ich finde diese Rubrik „häufig gestellte Fragen“ sehr gut, genau das hat mir hier noch gefehlt. Aber ich würde mir wünschen, daß sie auch nur dafür genützt wird und Statements in „Meinungen“ gepostet werden.

    Sorry für OT

  9. Gaby

    @Martina Wolsch: Eigentlich gehört Dein Beitrag zu „Meinungen“, aber ich greif mal diese Frage auf
    „Sprich ist die jeweilige Fähigkeit des Kaniden angeboren und wird mit Beginn des Welpenalters durch die jeweiligen anderen Stellungen der Welpen und älteren Kaniden gefördert und gefordert um ein Leben lang erhalten zu bleiben oder werden diese Fähigkeiten angelernt und ändern sich diese Fähigkeiten durch erlernen, z.Bsp. ein ”Wächter” wird ein ”Leittier” ?“

    Die Antwort ist ein klares JA zum zweiten Teil der Frage. Es ist bereits hinlänglich erforscht, dass zum Beispiel ein Wolf, der aus dem Rudel abwandert und sich paart, ein „Leitwolf“ werden kann, ganz egal, welche „Stellung“ er vorher hatte. Und da Hunde und Wölfe die annähernd gleichen Gene haben, ist davon auszugehen, dass das auch bei Hunden nicht anders ist.

  10. jcl Artikelautor

    Sind euch außer dem “Volpino-Experiment” noch andere, ähnliche “Experimente” mit anderen Hunden bekannt?

    Nein, falls man die Versuche einiger Anhänger, sich ein „perfektes Rudel“ zusammenzustellen, nicht als Experimente ansieht.

  11. Brigitta Kramer

    Sind euch außer den hier schon genannten „Zeitzeugen“ Peter M. und Wipfel nicht auch noch andere Menschen bekannt, die zur damaligen Zeit Herrn Werner und Barbara Ertel gekannt haben und die eventuell Auskunft geben können über die Wirklichkeit der damaligen Ereignisse? Es müßte da doch noch mehr Menschen geben, die die Gärtnerei und Zucht von Herrn Werner noch in Erinnerung haben.

  12. jcl Artikelautor

    Hier bitte nur Fragen und keine Statements. Deshalb habe ich eine Diskussion jetzt in die „Meinungen“ verschoben. Die anfängliche Frage war: Welche Quelle gibt es für die Aussage, das die Stellung/Rangordnung/Sozialstatus bei Kaniden wechselt?

    Bei Wölfen: praktisch jedes Fachbuch, denn jeder Wolf wechselt zum Leittier, sobald er Nachkommen hat – das ist banales Wissen und vielfach dokumentiert.
    Bei Hunden: z.B. die Dokumentation von Bloch über das Tuscany Dog Project. Hunde der beobachteten Gruppe konnten sich auch noch nach Jahren durch Tätigkeiten wie Hilfe bei der Welpenaufzucht einen anderen Gruppenstatus „erarbeiten“.

  13. Gaby

    @Brigitta: Ja, wir kennen noch andere Zeitzeugen, unter anderem aus dem „Weinheimer Kreis“, dem die Eurasier-Züchter der ersten Stunde angehörten. Im Prinzip haben sie das bestätigt, was uns Peter M. und Elfriede Wipfel gesagt haben: Karl Werner war ein einfacher, rechtschaffener Mann, der sich in seiner Gärtnerei aufarbeitete und die Hundezucht nebenbei als Hobby betrieb.
    Auch im Weinheimer Kreis sind die „vererbten Rudelstellungen“ nie aufgetaucht oder besprochen worden, was uns nicht erstaunt hat. Aber: Es hat uns gewundert, warum ausgerechnet ein so erfolgreicher Meutezüchter (wie Karl Werner es gewesen sein soll) nun mit den Wolfsspitzen herumexperimentierte und eine neue Rasse „erfinden“ wollte. Never change a winning team, heißt es doch, nicht wahr? Warum also sollte KW seine bisher so erfolgreiche Meutezucht einem Experiment mit fragwürdigem Ausgang opfern?

  14. Cora

    Durch das Interview von Feddersen-Petersen, und weil hier von „professionellen“ Züchtern gesprochen wurde, ist etwas darüber bekannt, dass Welpen die unter RS aufgezogen wurden, vom VDH abgenommen und Papiere ausgestellt bekommen? Denn trotz des Statements, gibt es doch anscheinend RS-Züchter unter dem VDH.

  15. jcl Artikelautor

    Darüber ist nichts bekannt, aber ich wüsste keinen Grund, der der Abnahme im Wege stünde. Der VDH prüft die Abstammung, aber nicht, ob der Welpe RS-aufgezogen wurde.

  16. Cora

    Danke für die Antwort! Ja das ist leider wahr. Wenn man bedenkt, wofür das Siegel stehen will, sollte man doch meinen, dass da ein gewisser Interessenskonflikt herrscht.

  17. Brigitta Kramer

    Meine Frage:

    Ist Euch bekannt, ob außerhalb Deutschlands die Theorie der vRS bekannt ist oder sogar vermehrt Anhänger hat, oder (noch) ein rein deutsches Problem ist? Mit anderen Worten: Gibt es so etwas wie „RS-international“, wenn auch vielleicht nur in Ansätzen?

    Was Österreich betrifft, bin ich gerade dabei, mich bei maßgeblichen Stellen – so auch der VetmedWien, des Österreichischen Tierschutzvereins sowie des ÖKV, des Österreichischen Kynologenverbandes – zu informieren und gegebenenfalls aufzuklären. Wenn Ihr Interesse daran habt, informiere ich Euch diesbezüglich gerne von den Info´s, die ich bekomme.

    Nowak´s Sendungen sind ja nach Dänemark verkauft, wenn ich mich recht erinnere. Und wenn MMN weiterhin an der vererbten Rudelstellung – auch wenn sie es anders nennt – festhält, ist davon auszugehen, daß die Anhängerschaft nicht nur auf Deutschland beschränkt bleiben wird.

  18. jcl Artikelautor

    Zwar haben nur deutschsprachige Hunde und Wölfe vererbte Rudelstellungen, die Schweiz und Österreich sind aber ein großer Markt, den der Verein natürlich beackern möchte. Soviel ich weiß, sind Einschätzungen zunächst nur in der Schweiz geplant. An Neuigkeiten aus Österreich sind wir natürlich auch interessiert.

  19. Hilde

    Kann man evtl. eine Zusammenfassung erstellen, die „nach RS leben“ auf den Punkt bringt? Ich verstehe das u.a. bislang so, daß man sich als Mensch – neben der passenden Stellung – seinem Hund zu 100% unterordnen soll, um dessen Bedürfnisse zu erfüllen. Was nicht nur passenden Hundekontakt mit einschließt.

  20. jcl Artikelautor

    Ja, Artikel zur RS-Praxis sind geplant. Bei den bisherigen Artikeln ging es ja weitgehend darum, „normale“ Hundehalter über RS zu informieren. Es ist aber auch wichtig, RS-Anhänger direkt anzusprechen und die konkrete RS-Praxis zu thematisieren. Viele wollen mit ihren Hunden trotz RS zu einem natürlichen Umgang kommen und größere Schäden vermeiden. Hier gibt es offensichtlich Informationsbedarf. Wir erhalten von RS-Anhängern keineswegs nur unfreundliche Emails.

  21. Astrid Dechert

    Ich habe gerade das Interview von Stefan Kirchhoff gelesen! Er betont immer wieder, er ist kein Wissenschaftler! Wann oder wer ist ein Wissenschafler? Wieviel Zeit benötigt dann Frau Nowak + VdU-Team, die neu erworbenen Kenntnisse und Kompetenzen beobachten und belegen zu können? Es wird auf dem überarbeitetem Resümee ja als Überprüfung bezeichnet?

  22. jcl Artikelautor

    Die Frage, wie lange Maja Nowak wohl brauchen wird, kann ich natürlich nicht beantworten. Grundsätzlich kann man eine solche Studie auch als Nichtwissenschaftler initiieren, indem man ein seriöses Konzept erstellt und die Durchführung z.B. Unis als Master- oder Diplomarbeit anbietet. Die Zeit richtet sich danach, wie oft man Hunde testen kann. Für eine solche Studie braucht man etwa 200 Hunde.

  23. Marta

    Welche Folgen kann es für die Entwicklung von Welpen haben,wenn sie schon ein paar Tage nach der Geburt in 2 oder drei Gruppen aufgeteilt werden(zur Vermeidung von Doppelbesatz etc.) und so nur begrenzt Zugang zur Mutter haben,d.h. viel häufiger ohne Mutterkontakt liegen als es normal wäre?
    Und welchen Einfluß kann es auf die Entwicklung des Nervensystems der Kleinen haben,wenn sie immer wieder wach werden,zur Mutter wollen aber nicht könnren, da diese zum Säugen in eine der Geschwistergruppen gebracht wird ?
    Und was bedeutet diese ganze Prozedur für die Welpenmutter, die sich permanent von einer Gruppe zur anderen hin und her bewegen muß?

  24. jcl Artikelautor

    Genau ließe sich das nur beantworten, indem man Langzeitbeobachtungen mit getrennten und nichtgetrennten Welpen durchführt. Ich glaube, auf die Idee ist noch keiner gekommen und wird wohl hoffentlich auch keiner kommen. In freier Wildbahn wachsen Welpen in Erdhöhlen auf und sind natürlich immer zusammen. Eine Trennung ist also eine unnatürliche Situation, die stets zu erheblichen Problemen führen kann. Wie schlimm diese Probleme sind, das könnte wahrscheinlich nur eine Langzeitstudie beantworten.

  25. Arachne

    Also ich behaupte mal das ist Stress, purer negativer Stress für Welpen und Mutterhündin.

  26. Marta

    @Arachne
    Ja,das glaube ich auch.Und wenn es stimmt,daß sehr frühe übermäßige Stresserfahrungen maßgeblichen Einfluß auf die Streßverarbeitungsfähigkeit des Hundes für den Rest seines Lebens haben, ist es der helle Wahnsinn.
    Frage:
    Sind zur Beurteilung wirklich Langzeitstudien erforderlich? Es müßte doch im Bereich der Hirnforschung in Bezug auf die Ontogenese bei Säugetieren Untersuchungen und Daten geben, die zumindest begründete Annahmen zulassen?

  27. jcl Artikelautor

    Es ist bekannt, dass Stress bleibende Veränderungen in der Hirnsubstanz verursachen kann, die sich auf die gesamte Psyche und auf die kognitiven Fähigkeiten auswirken. Ich weiß aber zu wenig über dieses Thema, um zu beurteilen, wie früh man dies bei Welpen testen könnte oder ob auch schon ohne Test begründete Aussagen möglich sind. Jedenfalls würde ich keine Welpen einem solchen Experiment aussetzen.

  28. Markus Zeidler

    Was mich interessieren würde: Glaubt Frau Ertel selbst an vererbte Rudelstellungen?

  29. jcl Artikelautor

    Das ist die Frage, die sich bei jeder solchen Gruppe stellt: Glaubt der Guru an seine eigene Lehre?

    Anfangs ging es Ertel wohl nur darum, sich auf dem Polarchat Forum als „Hundeexperte“ auszugeben. Erst als einige Leute ihr das tatsächlich abnahmen, musste sie all die Details zur Lehre nachliefern. Ob sie inzwischen selbst daran glaubt, weiß ich nicht. Viele Hinweise sprechen dagegen. Zum Beispiel erkennt sie bei Einschätzungen mittlerweile fast nur noch „Leithunde“. Damit kommt sie natürlich ihren Kunden entgegen, denn jeder Halter bevorzugt einen „Leithund“. Andernfalls müsste er den Hund ja auch abgeben, denn nur Leithunde kann man alleine halten. Das heißt aber auch, dass für Ertel das tatsächliche Wesen des Hundes bei der Einschätzung egal ist – es scheint hier vorrangig um Kundenbindung zu gehen. Nur wenn der Hund sich offensichtlich ganz und gar nicht nicht wie ein „Leithund“ verhält, wird er als irgendeine andere Stellung eingeschätzt.

  30. Arachne

    Ich denke schon dass BE (mittlerweile) selbst an das glaubt was sie da zum besten gibt,…..wie sollte sie anders denn noch in den Spiegel schauen können….?

  31. Sibylle

    Was ist denn ein NVH?
    Nachrangiger Vorderer Hund?
    Nachrangiger Bindehund mit Tippfehler?

    Hab ich hier gefunden:
    http://dobermannzwingervomrednitztal.jimdo.com/a-wurf/a-wurf-1-jahr-alt/

    Übrigens ein Wurf mit 2 MBHs und noch weitere Doppelten- oje! Laut der eigenen Beschriebung auf der Züchterwebsite unakzeptabel…
    http://dobermannzwingervomrednitztal.jimdo.com/a-wurf/die-rudelstellungen/

    Sind aber alles prachtvolle Hunde geworden. Wobei Ertel da wohl anderer Meinung ist, wie sie schreibt:
    „Ich persönlich habe mit solchen Tieren keine Probleme, würde sie aber nie im Leben noch als Hunde bezeichnen und somit sind sie für mich auch nicht interessant.“ (Zitat aus obigem Link)

  32. jcl Artikelautor

    Was ist denn ein NVH?
    Weiß ich auch nicht, aber die Wurfbeschreibung stammt von 2011, also aus der Anfangszeit der Rudelstellungen, als die Stellungen noch anders hießen und Ertel noch kein Konzept von „inakzeptablen Würfen“ hatte. Das kam erst 2012 dazu. Der Dobermannzüchter war offenbar ein ganz früher Gläubiger.

  33. Gaby

    „Was ist denn ein NVH?“

    Ein nachrangiger Verschlusshund (ersetzte den Loser in 2011). Nachrangleithund hieß er dann später (NLH).

  34. Sibylle

    So wird aus einem Looser ein löeithund, ah ja!

    Von inakzeptablen Würfen ist dort ausführlich die Rede, auch dass Hündinnen solche Würfe umbringen. Ist da aber wohl nicht passiert. Trotz mehrfachem Doppelbesatz.

  35. Tanja

    Ergibt keinen Sinn, wenn hunde keine festen Rudel bilden, gibt es auch keine Stellung innerhalb etwas, das nicht da ist.

    positionen innerhalb von losen Gruppen sind ebenfalls dynamisch.

  36. jcl Artikelautor

    Es gibt langlebige Hundegruppen mit Rangpositionen und Rollen, allerdings wesentlich loser als bei Wolfsrudeln. Blochs „Pizzahunde“ gibt einen guten Einblick in die Struktur einer solchen Gruppe, mit detaillierten Beobachtungen über mehrere Jahre hinweg. Ist auch spannend zu lesen.

  37. Timbra

    Leider ist „Pizzahunde“ schon seit langem vergriffen. Warum wird es eigentlich nicht neu aufgelegt?

  38. Gisela

    Frage: Breitet sich RS eigentlich immer noch aus oder nicht? Oder lässt sich das nicht sagen?

  39. jcl Artikelautor

    Das lässt sich schon sagen, denn im Internet kann man die Popularität einer Gruppierung leicht feststellen. Z.b. über den Traffic der RS-Website, die Google-Hits von Schlagworten wie „Rudelstellung“ und die Anmeldezahlen auf dem RS-Forum. Mitte 2014 hatte das Forum über 100 Anmeldungen per Monat, Herbst 2015 waren es noch etwa 2 pro Monat. Seitdem habe ich schon länger nicht mehr draufgeguckt.

    Wie es scheint, liegt der Schwerpunkt jetzt darauf, aus der schrumpfenden Anhängerschaft noch möglichst viel Geld herauszuholen. Zielgruppe der „Workshops“ sind nicht mehr Neulinge, sondern „Wiederholer“. Früher hatte Ertel an einem Einschätzungs-Wochenende vermutlich über 20.000 EUR eingenommen, jetzt vielleicht noch 1000 EUR, aber das lohnt sich für sie wohl immer noch.

    In der Hundeszene ist RS bedeutungslos geworden. Die Wissenschaftler und Tierschützer, die hier im Blog Fachartikel veröffentlicht haben, haben also mit ihrer Aufklärung eindeutig etwas bewirkt.

  40. Tina

    Bei uns ist in der Hundeschule rs immer noch aktiv. rs hat sich aber auch letztes Jahr auf die Schweiz ausgebreitet. Ganz weg ist rs nicht.

  41. Andreas

    Hallo und guten Tag,

    eine einfache Frage,ist diese Seite jemals rechtlich von interessierter Seite angegangen worden?
    Grob überschlagen wird mit dieser Rudeltheorie und den angehängten Seminaren eine Menge Geld umgesetzt,was läge näher als einen Teil der Einnahmen in eine aggressive Rechtsvertretung zu investieren?
    Eigentlich eine übliche Vorgehensweise von Scharlatanen aller Fachrichtungen..

    Sommergrüsse,indirekt hatte ich Kontakt mit diesen Leuten,es hat Sektencharakter,einfach unglaublich.

  42. jcl Artikelautor

    Es hat verbale Drohungen gegeben, und uns wurde auch zugetragen, dass Ertel einen Ordner voll „Material gegen uns“ sammeln würde. Es gab aber bislang keine konkreten rechtlichen Schritte. Diese wären für den Verein auch eher ein Bumerang, da die dortigen Zustände dann vor Gericht publik würden. Auch das Finanzamt könnte dann einiges mitbekommen, was die angebliche Gemeinnützigkeit vielleicht nicht so gut aussehen ließe.

  43. Andreas

    Hallo nochmal,

    danke für die Antwort, habe ich so erwartet.
    Die sind auch Stand Juli 2016 noch extrem aggressiv unterwegs mit ihren Einschätzungskursen und den „Regeln“.
    Ein geregeltes Zusammenleben mit Hund und einem RS-Anhänger ist mit gesundem Menschenverstand unerträglich,spätestens mit einem Zweithund als „Eck-oder Leithund“ kannst du das vergessen und irgendwie kommt man sich vor wie im Klinikgarten von München-Haar.Da wird dann der NLH gebeten die „die N3 doch bitte abzurufen“ oder „sag ihr das Kläffen sein zu lassen“.Den ganzen Tag dieser Stuss.
    Peinlich wird es wenn vormals gern gesehenen Leuten offen ins Gesicht gesagt wird sie sind mit ihrem womöglich unpassenden Hund unwillkommen..
    Alles wird immer untermauert mit übelsten Drohungen,der Leithund beisst den N3 tot,der N3 verkrüppelt seelisch,der N3 darf nicht direkt angesprochen werden,das ist „scheiss Konditionierung“.

    Es fängt klein an,auf einmal soll man anderen Hundekontakt meiden,später darf der Hund nicht mehr auf den Füssen liegen,es kommen immer neue Regeln und Verbote hinzu.
    Dann fängt diese „Einschätzerei“ an und spätestens wenn ein zweiter,“passender“ Hund einzieht kippt es in den Wahnsinn.Dann gelten im Tagesablauf nur noch die „RS-Regeln“..
    Und wenn der jetzt endgültig zum „Rudelnachrangigem“ eingeschätzte „N3“ nur noch über den „Eckhund“ kontaktiert werden darf wobei der N3 vorher ein Knuddelhund und ausdauernder Bergbegleiter war dann knallt es eben und der RS-Anhänger hat noch mehr Lebenszeit für diesen Unfug zur Verfügung..
    Soweit ich das sehen kann floriert dieser Unsinn weiterhin,nur jetzt eben hauptsächlich in dem geschlossenen Forumsbereich .Öffentlich halten die sich extrem bedeckt,es gibt tausende Einschätzvideos,nur eben nicht öffentlich,nur im geschlossenen Forum.
    Kurzum,eine üble Sekte mit allen nur denkbaren üblen Begleiterscheinungen,hartnäckiges Bekämpfen lohnt auch im August 2016 weiterhin

    Gruss und Danke für die umfangreiche Faktensammlung,bei mir leider erfolglos vorgebracht

    Andreas

  44. Torfmauke

    Zu aller erst möchte ich klarstellen, dass ich mit niemandem darüber diskutieren möchte, ob es eine angeborene Rudelstellung gibt oder nicht. Dazu fehlt es mir sowohl an Wissen, als auch an Kompetenz. Sicherlich hat aber jedes im Rudel lebende Tier – spätestens wenn geschlechtsreif – dort auch eine Stellung, wie auch immer diese entsteht. Darüber hinaus gibt es ganz sicher auch angeborene Veranlagungen, welche eine spätere Stellung im Rudel beeinflussen. Für mich leben fast alle Hunde in einem Rudel, wenn auch in den meisten Fällen die anderen Rudelmitglieder Menschen sind.

    Ich verfolge seit geraumer Zeit die Sendung „Die Hundeflüsterer“, in der Frau Novak Hundehaltern auf Basis ihrer Einschätzung zur Rudelstellung Hilfestellungen gibt. Ihr Erfolg mit dieser Methode scheint ihr nun aber zur Einstellung der Stellung Recht zu geben und meine Erfahrungen mit ihren Tipps an meinem Hund bestätigen mir dies ganz deutlich.

    Ob nun die Frau Ertel mit unlauteren Methoden zu dieser Erkenntnis gekommen ist und ob die Stellung schon angeboren ist oder nur eine bestimmte Präferenz, steht natürlich auf einem anderen Blatt, aber von absolutem Blödsinn oder gar Tierquälerei kann man bei der Arbeit der Frau Novak sicherlich nicht reden.

  45. Steffi

    Es gibt einen Todesfall aktuell. Mehrere Rudelmitglieder haben ein anderes Rudelmitglied so schwer verletzt, dass der Hund gestorben ist.

    Frau Ertel hatte offenbar zuvor die Richtung vorgegeben, dass „die das unter sich regeln“. Das Rudel arbeitet.

    Das wird gerade in einer internen FB Gruppe diskutiert. Ist das krass oder ist das krass?

  46. KnuKu

    Aus welcher quelle hast du, steffi, diese unterstellung an frau ertel? Das ist schlicht unwahr!

    Man sollte sowas nicht verbreiten, wenn man die wahrheit nicht kennt.

    Es einfach nur furchtbar, was dort passiert ist. Ob es mit, wegen oder auch ohne rs so gekommen wäre bei 7 hunden, kann hier sicher niemand genau wissen.

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