RS-Workshops

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Das alleinige „Wissen“ der Barbara Ertel um die angeblich „vererbten Rudelstellungen der Hunde (vRS)“ wird auf so genannten Workshops vermittelt, die zumeist an Wochenenden auf eingezäunten Wiesen in ganz Deutschland stattfinden. Bis zum Jahresende 2014 sind diese Workshops ausgebucht – eine lukrative Einnahmequelle für Ertels Firma „Zentrum für vererbte Rudelstellung UG“. Pro Mensch-Hund-Team ist eine Teilnahmegebühr von 150 Euro im Voraus fällig. Rücktritt gilt nicht, denn dann werden 80% als „Stornokosten“ einbehalten.

Wie sich Hunde und Hundehalter darauf vorbereiten, ist in den öffentlichen Tagebüchern des Forums zu lesen. Es wird nach Kräften „entschleunigt“, was bedeutet, dass man sich nur noch im Zeitlupentempo und vorzugsweise im eigenen Garten bewegt. Hundeerziehung ist verpönt; stattdessen wird dem Hund in ganzen Sätzen erklärt, warum er dieses machen oder jenes lassen soll. Sozialkontakte mit anderen Hunden sollen vermieden werden, so lange die „Stellung“ des Hundes nicht eingeschätzt ist.

Leila und Chica_sofa

Hat man als Mehrhundehalter den Verdacht, dass Doppel- oder Fehlbesatz oder gar „Unstruktur“ in der Hundegruppe herrscht, bekommt man den Rat, die Hunde sofort und unwiderruflich zu trennen (was zwangsläufig die Abgabe eines oder mehrerer Hunde bedeutet). Im Anschluss an die Workshops werden Hunde getauscht, weggegeben oder zwangsverurlaubt, auch wenn sie vorher jahrelang ohne Probleme im Familienverband gelebt haben.

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Zitat: Erklärung auf der Webseite zum „Fehlbesatz“. Ein Klick zeigt eine vergrößerte Darstellung.

Ertels Einschätzung findet innerhalb weniger Minuten statt, kann aber das ganze Dasein eines Hundes und seiner Menschen verändern – und das nicht zum Guten. Nach vRS geführte Hunde dürfen nur mit passenden Stellungen „arbeiten“, Hundesport oder geistige Auslastung des Vierbeiners sind verpönt.

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Zitat: Erklärung auf der Webseite zu den „Lösungen“. Ein Klick zeigt eine vergrößerte Darstellung.

Es genügt vollauf, wenn sich eine Gruppe miteinander beschäftigt und sich in so genannten „Stellungsläufen“ professionalisiert. Dazu bekommen Workshop-Teilnehmer als Wiederholer bei jedem Event für eine Gebühr von 35 Euro die Gelegenheit. Und das „Zentrum für vererbte Rudelstellungen“ eine weitere Einnahmequelle (=> mehr).

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Was genau passiert nun auf einem solchen Workshop? Hier kann man sich Eindrücke verschaffen: Video einer Einschätzung; und noch eine Einschätzung. Die künftigen RS-Hunde werden zusammen mit bereits eingeschätzten Kollegen – früher Ertels eigene Hunde, nach der Häufung von Auffälligkeiten nun normalerweise Hunde von Wiederholern – auf der Wiese freigelassen. Nach kurzem Herumlaufen oder -Schnüffeln spricht Ertel ihr Urteil. Berufung ist nicht vorgesehen…

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12 Gedanken zu „RS-Workshops

  1. Die Rudelwallah

    Verlangt sie Tatsächlich dieses „In Gnazen Sätzen“ sprechen?
    Die weiß schon, das Hund das nicht versteht? Ö_Ö

  2. Sockensucher

    Oh, schön! Hier ist ja eine Diskussionsgrundlage vorhanden, die ein bisschen an das „das muss man gesehen haben“ heranführt. an dem hier so oft ein Dialog von beiden Seiten scheitert.
    Auf dem Video hört man also Frau Ertel und auch mal entspannt. V2 Und MBH beide wohl nicht ganz … stellungsstark? Weiß leider nicht wie aus den Vokabeln rauszufinden ist, wer nun gegengeschätzt wird und wer sicher eingeschätzt ist. Kann da jemand helfen? Aber gut. Zu dem was ich sehe.

    Für mich zeigt das Video typisches Verhalten zwischen Rüde und Hündin. Die Hündin ist für mich wahrscheinlich jünger, aber nicht dramatisch … Und dann sieht man normales Erkundungs- und Markierverhalten. Das ist auch je nach Rüde/Hündin Typ vorhersagbar und ich denke sehr viel leichter zu beobachten und vorherzusagen als die Rudelstellungen.
    Anfang Aufregung, beide Hunde wedeln relativ steif nach oben. Positiv Interesse, weil die Gesichter und Ohrenstellung auch aufmerksam aber nicht irgendwie (für mich) mit Droh oder Unsicherheitsgesten vermischt ist. Einfach ein großes HeyHallo!
    Kommando: Auf den Zaun. Hündin springt hin und her in Begrüßungserwartung. Rüde etwas … männlicher, könnte auch cooler sagen. Deshalb vermute ich entweder einen Charakterunterschied, oder eben sie ist jünger. Vielleicht hat sie auch einfahc mehr Bewegungstau und er war schön öfter draußen?
    Gleichzeitiges Begrüßungsschnüffeln, dann haut sie zum toben ab, er folgt.
    Für mich typisch. Entweder ein Spielkalb, die mit jedem erstmal gerne rumfetzt, oder eben eine (geistig) junge Hündin, die die Erfahrung gemacht hat: Rüden mit Interesse bedrängen gerne. Die Strategie der Hündin, um nicht in Bedrängnis zu geraten. Erstmal rennen und kennenlernen. In schneller Bewegung ist aufreiten und festnageln nicht möglich. Nach meinen Beobachtungen rennen in solchen Situationen die Rüden nicht weg (es sei denn ängstlicher Rüde und selbstbewusste Hündin rüffelt ihn ab), ist der Rüde der verspielte und die Hündin eher unsicher, macht der dann eine Spielaufforderung vor ihr, um sie aufzutauen, aber er rennt nicht zuerst.
    Aber weiter im Video.
    Der schwarze Baltasar wird von Menschen zurückgepfiffen, hört, Hündin folgt ihm und setzt sich wieder vor ihn. Ihre Rute ist unten, für mich ein Zeichen, ich lass dich noch nicht intensiv schnüffeln, er Rute hoch, hat noch großes Interesse, was sich in wedeln zeigt.
    Sie umspringt ihn, schnüffelt ihn am Geschlecht, er steht kurz, lässt sie ihn checken. (0.28) Er wedelt. Sich abschnüffeln lassen, ist (für mich) ein souveränes Zeichen, die Hündin kann dadurch mehr Sicherheit gewinnen. Sie umspringt ihn wieder, nun ist auch ihre Rute oben, Nasenkontakt. Er bleibt aufrecht, wedelnd und hat damit ihr Vertrauen gewonnen. Keiner dieser aufdringlichen Rüden, die aufreiten und einen in Schwierigkeiten bringen. Jetzt kann sie die Umgebung checken und der Rüde darf folgen. Er tuts nicht so schnell, wie sie es sich wohl gewünscht hat (?) sie spielt ihn wieder an und zieht ihn dann mit Rute oben mit zur Hauptmarkierungsstelle. Er folgt und checkt sie, jetzt wo der die Erlaubnis hat (Rute hoch). Sie schnüffelt, wartet aber mit dem Markieren bis er es tut, checkt seinen Geruch und markiert dann drüber und lässt ihm Urin da zum untersuchen.
    Er checkt länger. Auch das ist für mich oft zu beobachten, dass Rüden für Urinchecks länger brauchen.
    Sie läuft aus dem Bild, in die Richtung wo noch Außenreize sind. Man kann aber nicht sehen, wo sie ist. Rute ist weiter oben, sie ist ihm also nicht abgeneigt. Er hat die Tendenz zu folgen, muss dann aber nochmal weiterschnüffeln. Noch immer genau ihre, oder auch andere?
    Sie läuft am Zaun entlang in seine Richtung, aber nicht auf ihn zu, beim Baum kurzes Kopf hoch, sie hat ihn wohl kommen sehen, macht dann Tempo um vor ihn zu kommen und fällt wieder in Trab in genau dem Augenblick wo er auf Hinternschnüffel Höhe ist.(ca 1.38) Er soll folgen und das tut er auch. Sie wird langsamer, er wird auch langsamer und nähert sich höflich, Er Nase tief, schon auf ihrer Analgegendhöhe. (Laut Fr. Ertel ist er sauer und droht du kannst nachdenken, aber lauf ja nicht aus meiner Disziplin. Woran erkennt sie das? Zeigt die Körpersprache irgendein Anzeichen von Sauer sein? Ich erkenne es nicht. Für mich wird er von ihrem Geruch gezogen und er landet auch genau da. Beide haben die selbe Rutenhaltung, selbes Tempo, sie ein wenig außeninteressiert.(nur geschauspielert?)
    Jetzt ist die Frage, sie hält an, er erreicht sie. Erreicht er sie, weil sie das jetzt will und deshalb anhält oder hält sie etwas erschnüffelnd an und er erreicht sie deshalb. Ich weiß nicht, ob da ein Hund hingemacht hat oder sie „nur so tut“ um ihm die Möglichkeit zu geben zu schnüffeln, jedenfalls scheint sie nicht wirklich am schnüffeln interessiert, eher oberflächlich und sehr kurz) Hier Interpretiert Frau Ertel, Oh scheiße, ich bin ja vor ihm. Woran erkennt man das Oh scheiße? Sollte bei Unwohlsein, die Rute nicht runtergehen? Ohren angelegt werden? Es tut sich da körpersprachlich aber nichts in Richtung Unwohlsein. Oder? Sie schnüffelte sehr kurz und hebt dann den Kopf verharrt kurz und lässt ihn schnüffeln mit Seitenblick auf ihn und wendet sich dann wieder dem Boden zu. Er schnüffelt noch ein wenig an ihr und sucht dann die Stellen auch ab. Sie lässt ihm nochmal wieder eine Marke da und kratzt diesmal. Könnte man nun reininterpretieren, dass sie „Führungsanspruch demonstriert. Ich würde mal vorsichtig sagen, sie fühlt sich nun wohl und selbstbewusst mit ihm. Er überlässt ihr das Tempo der Beziehung, was meiner Hündinnenhalter Erfahrung nach, von Hündinnen sehr geschätzt wird.
    Aber das sind nur Vermutungen, denn ich als Mensch kann nicht wissen, was ihnen ihre Geruchswelt sagt. Hat da eine andere Hündin oder Rüde markiert und scharrt sie deshalb als ich bin hier die neue „Besitzerin“. Zeigt das, dass sie eine Rüdenmarkierung überpinkelt, hat da überhaupt noch nie jemand gepinkelt und es ist nur Show. Oder eben doch Territorial. Sein Kopf geht vorher kurz schnüffelnd runter, markiert sie deshalb, ich rieche besser, beachte die andere Markierung (Hündin? Rüde?) nicht?
    Da sind wir Menschen einfach als Augentiere nicht in der Lage das herauszufinden, dazu müsste man alles mit Urinfrei absprühen und dann den Platz komplett dokumentieren, welches Tier hat genau wo gepinkelt.
    Aber bei Frau Ertel spielt die ganze Geruchs und Geschlechtswelt keine Rolle in ihren Äußerungen.
    Sie rennt wieder los, eine Spieleinladung, er kann sich aber von der Schnüffelstelle nicht lösen. Da sie nicht verfolgt wird, steht sie dann am Zaun (Sucht nach anderen Hunden?) und dreht sich um. Kehrt zurück, kurzer Seitenblick auf die Kamera. Sie läuft einen Anlaufbogen, hat ein kurzes zögern drin, der Rüde richtet sich auf, schaut sie an und als sie beachtet wird, rennt sie an ihm vorbei und dreht diesmal ein als er nicht mitrennt. Diese Stellung, die Fr. Ertel als „stellt ihn wieder in Frage“ bezeichnet, kenne ich auch, ich erkenne darin aber eine Einladung, dass er nun wegrennen könnte, ein wechsel des wer verfolgt wen. Er folgt der Einladung wedelnd, elastisch (weshalb ich da keine Herausforderung im negativen sinne sehe, er präsentiert sich, aber nun nicht steif und irgendwie etwas klärend, aber er arbeitet ja auch laut Fr. Ertel nicht richtig …), rennt aber nicht los, also rennt sie erneut als Aufforderung um ihn herum und gibt vor seiner Nase Tempo zu. Er lässt sich ein Sekündchen mitziehen, ist dann aber doch wieder von den Gerüchen abgelenkt.
    Auf dem Video ist nicht drauf, ob sie ihm noch einen Blick hinschmeißt, aber sie merkt, nö er hat kein Interesse an Rennspielen und wendet sich dem nächsten Reiz zu. Bewegung außerhalb des Grundstücks.
    Sie interpretiert das als nervös. auch da weiß ich nicht, warum sie das jetzt körpersprachlich als nervös ansieht, während das verhalten zu Anfang „proletisch“ war. auch ist der nun nervöse Hund sofort gefangen von dem Kinderreiz und beobachtet. Spricht für mich gegen „nervös“, weil ich finde so einen Zustand schüttelt der Hund nicht innerhalb einer Sekunde ab.
    Dann kann ich das nicht richtig hören. Fr. Ertel meint. Kinder geht gar nicht, und fordert Baltasar auf, das zu regeln. Hund hat für mich erkannt, was das ist (Hunde sehen nicht so scharf wie wir und sind empfindlicher auf Bewegung.) und wendet sich wieder ab. so flott wie sie das sonst auch macht. Frau Ertel bedankt sich. Baltasar konnte man leider nicht sehen, er wirkt aber auf mich nicht so als hätte er sich damit beschäftigt, er wendet sich aber ab und sie folgt ihm. Das ist wohl das anfixieren, dass aber leider nicht zu sehen war. Beide trennen sich aber sofort und stürmen auf verschiedene Schnüffelstellen zu.
    Dann wieder Kontakt, er wedelt, schnüffelt sie ab. Schnüffelt ihr hinterher, sie setzt wieder eine Marke und kratzt. Weshalb ich nun nicht weiß, warum Baltaras der Hund mit den schönen Lösungen ist.
    Aucherklärt sie wie massiv ein richtiger MBH einen Hund einschränken würde in der Anfangszeit … Die RS Harmonie, muss der Hund also mit einer harten Zeit bezahlen, wogegen die Rudler nichts haben. Wo ich mich dann frage, wie lange sowasdann dauern darf und wie sich das verändert. Denn aufhören zu arbeiten, darf ein Hund ja nicht, und Disziplin aufrecht erhalten bedeutet … ? Leider habe ich nie ein Video gesehen von einem perfekten Rudel.
    Während sie sagt Baltasar muss nachdenken, was er mit ihr macht. Markiert er über ihre Pinkelstelle und hat damit eine Idee, die man zuverlässig immer wieder bei Hunden beobachten kann. Natürlich kann ein Hund auch beim Pinkeln nachdenken. Aber es gibt auf dem Platz kein Problem zu lösen, nichts was irgendwie die Zusammenarbeit der Hunde erfordern würde. Über was sollte er also nachdenken? Mir würde einfallen. Wann wird sie läufig? Bestätigung meiner Theorie sein Interesse an Urin und Hinterteil. Er folgt ihr wieder mit elastischem enspanntem Gang und schnüffelt an der Stelle, die sie vorher gecheckt hat. Sie erkundet weiter das Grundstück, wirkt nicht mehr sehr interessiert an ihm.
    Sie ist einmal rum um den Zaun und rennt wieder los in Richtung Menschen oder vielleicht Außenreiz, sprich Straße? Was Fr. Ertel als Stinkefinger an ihn interpretiert. Baltasar steht aber hinten und schnüffelt einfach und sie rennt einfach. Da gibts keinen Blick, kein Interaktion, die mir zeigt, dass diese Geste von ihr an ihn gerichtet ist.
    Hier zeigt sie auch wieder, dass das „Menschen greifen nicht ein“ nicht stimmt. Sie fordert alle auf das Verhalten von ihr mit abwenden zu beantworten. Was den Hund natürlich wieder auf den anderen eventuellen Sozialpartner wirft. Den Hund. auch wenn der zeigt, ich find dich nett, aber schnüffeln ist so viel wichtiger. Was laut Ertel dann wohl das bessere Verhalten sein soll. Weil? Kontakt beim Menschen suchen schlecht ist, schnüffeln ohne Interesse am Menschen „Hundegerechter“? Verstehe ich nicht, gerade weil sie die Anweisung ja „für immer“ an die Besitzer gibt. Erinnert an die Hundetrainer, die strikt sagen, nur Mensch nimmt Kontakt auf, Hund wird jedes Mal ignoriert, wenn er es tut. Willst du was gelten, mach dich selten … Wie erklärt sich das mit der Rudelstellung N2?
    Hund checkt nochmal die Pavillionecke und sieht für mich wie ein Hund aus, dem schnüffeln halt nicht als Beschäftigung reicht. sie hätte lieber eine Runde gespielt, gerne mit Baltasar …
    Und sie haben das ganz freundlich ausgehandelt, sich kennengelernt und vorgestellt, keiner hat den anderen bedrängt und in anderer Umgebung, wenn er nicht soviel neu abzuchecken hätte, hätten sie vielleicht gespielt. Warum er so interessiert ist am Schnüffeln und weniger an ihr. Das könnten die Besitzer vielleicht besser erklären. Ich finde auch, dass sie ganz gut zusammen passen, auch wenn sie einen aktiveren Hund lieber haben würde. Sie wirkt auch nciht überdreht, nur aktiv auf mich, sie kann schnüffeln, achtet schön auf ihn, nimmt Außenreize gelassen wahr. Also auch kein Bedarf diesen Hund nun unbedingt entschleunigen zu müssen, wie es in „meinem Bereich“ der Hütehunde öfter der Fall ist.
    Also in kurzform. Höflicher Rüde und aktive Hündin treffen sich und der Rüde nimmt die Einladung zum toben dann doch nicht an. (Wobei die Frage ist, we es gelaufen wäre, hätte man die beiden im ersten Schwung nicht ausgebremst, wo Baltasar reingerufen und damit aber auch vom Spiel abgerufen wurde).

    Jedenfalls sehe ich da, wie schwierig es ist und warum nur Frau Ertel einschätzen kann, was die Hunde da tun. Wenn sie wirklich Interesse daran hat, ihr Wissen weiterzugeben, wie Herr Werner es bei ihr getan hat. Sollte sie solche Videos dann nochmal kommentieren, indem sie dann die Signale drunterschreibt, an denen sie ihre Vermutungen gesehen hat. Oder fällt das darunter, dass nur sie die telepatischen Unterhaltungen hören! kann? Das frage ich mich wirklich. Ich würde gerne gezeigt bekommen, was ich nicht sehe, um meinen Blick auf den Rudelstellungsblick einzustellen.
    Auch wenn ich wie viele nun schon oft geschrieben haben, viele Handlungsschlussfolgerungen nicht nachvollziehen würde, würde ich gerne verstehen, woraus die Grundlage besteht und mit diesem Verständnis weiterdenken. Eigentlich doch genauso wie alle Rudelstellungsanhänger. Gerade weil Frau Ertel nun auch nur 24 Stunden am Tag hat, wenn sich die Rudelstellung weiter so verbreitet, wird sie doch niemals allen Hunden helfen können. Sie muss andere anlernen. Und die Möglichkeit eben von Videos, wo man auch als unerfahrenerer Mensch eben immer wieder hin und herspulen kann, um kleine Körpersignale zu erkennen, die sie in Echtzeit entschlüsseln kann, finde ich bei RS noch gar nicht ausgenutzt. Oder gibt es solche Lehrvideos nur im geschlossenen Bereich? Oder ist es eben so, dass doch Telepathie das Standbein ist, weshalb es so schwer zu lernen ist? Ich persönlich glaube daran, dass man sich auf vertraute Hunde einstellen kann, dass es wie Gedankenverbindung ist, ich glaube auch, dass es manchen Menschen leichter fällt, dass was sie sehen so in Worte zu fassen, weil man Körpersprache so nicht in Menschensprache schnell übersetzen kann (mach ich auch), aber daran, dass jemand wirklich menschliche Worte hört von den Tieren, daran glaube ich nicht. Das könnte ich dann als gänzlich untalentierter auch nie lernen.

    Die negativen Einschätzungen von Fr. Ertel kann ich auch so nicht nachvollziehen. Hat der Helle Hund Probleme mit Hunden in „Unstruktur“? Sie scharrt, Rute ist oft oben. Ich könnte auch vermuten, dass sie es nicht so mit dominanteren Hündinnen haben könnte. Aber mir scheint Frau Ertel mag generell keine „Junghundallüren“, Aktivität. Scheinbar unkontrolliertes Verhalten. Aber für mich hat die Hündin eindeutig Absichten und sendet Signale und macht das für mich sehr schön respektvoll, gibt dem Rüden Raum für seine eigenen Antworten. Will aber eben etwas, das nach RS nicht gut ist? Vielleicht kann ein Rudler ja erklären, was daran N2 Verhalten ist und was daran nicht gut ist und wieso.
    Wenn ich mir vorstelle drei solche Hündinnen auf einem Haufen, sehe ich viel Aktion. Stress aber nur, wenn das Kratzen darauf hindeutet, dass sie lieber den Ton angibt und bestimmt. Die meisten Interaktionen gehen von ihr aus und sie kontrolliert ihn und verliert das Interesse als er es tun. Vielleicht reagiert sie allergisch darauf wenn das eine Hündin mit ihr macht und es klappt nicht, weil beide z. B. anspielen und ziehen, aber keiner Folgt. Dagegen spricht für mich aber ihre Einladung, selbst aktiv zu werden. Aber vielleicht ist sie nur so charmant zu Rüden, das kommt vor. Drei sind auch immer so eine Sache, wenn einer zieht und zwei folgen, den dann aber in die Zange nehmen, kann sich der Initiator auf einmal gar nicht mehr wohlfühlen, weil er bedrängt wird, was bei gleichschnellen und gleichstarken Hunden dann eng und unangenehm werden kann. Wenn alle dann relativ aktiv sind, können dieimmer gleichen Abläufe. Spielaufforderung und dann Abbruch, da dem Aufforderer zu heftig. Zu starken Spannungen führen, wenn keiner da ist, der vorsichtig übt, wenn sie nicht von selbst draufkommen. (in meiner Welt, würde ich das eben trainieren) Am einfachsten, imdem man ein Spielzeug hinzufügt, so dass sich die Aktionen der Verfolger auf dasSpielzeugbeziehen und nicht mehr so stark auf den Körper.
    Aber ich schweife ab vom gesehenen …

    Jedenfalls wie man sieht, ist für mich das Geschlecht wichtiger, ebenso wie Charakter und Alter. Ich kann mir von beiden Hunden vorstellen, dass sie gute Vorbilder für passende Welpen wären. (Eben für die Hündin einen aktiven und für den Rüden einen Schnüffeltyp) Aber ich wäre da mit Fr. Ertel „einer Meinung“, dass sie nicht auf den Rüden hört. Aber warum sollte sie? Es gibt nichts zu koordinieren, keine Gefahr, keine Interaktion und er ist nunmal kein Teil ihrer Familie und selbst wenn. Ich sehe auch nicht, dass er da irgendwelche Ambitionen hat zu führen. Aber wieder, wieso sollte er das auf dem Grundstück? Und überhaupt? Die Hündin wählt aus, ist aber nicht läufig, und es ist keine Konkurrenz in Sicht …
    Das habe ich auch noch nicht verstanden, dass sie „arbeitende“ Hunde so reizarm beurteilt, wo die Hunde eigentlich nichts zu tun haben. Gerade die ernsthaften Hunde, die keine Energie darauf verschwenden „nichts“ zu regeln, sollten hier kaum etwas zeigen und mit ihrem Verhalten eben genau wie Baltasar demonstrieren, dass es rein gar nix wichtiges zu tun gibt. Ja nichtmal gemeinsam von A nach B laufen, wie bei einem Spaziergang … Müsste ein Hund so nicht sagen, alles ist sicher, Freizeit ….? Die Beschreibungen beziehen sich viel auf Außenreize, beschützen, wächtern … ist das dann nicht ein gutes Zeichen, wenn der Hund gleich erkennt: Zaun, Menschen sind da, keine Bedrohung, nichts zu tun?
    Wie gesagt, ich hoffe, Rudler können gerade auf das Video eingehen. Was Baltasars gute Ideen sind und MBH und V2 Verhalten, was hätte passieren müssen, wenn es gut läuft und wieso.

    Liebe Grüße Sockensucher

  3. Alwine

    @Sockesucher: Vielen Dank für die Mühe, das so ausführlich zu beschreiben! Es beruhigt mich sehr, hier zu lesen, dass auch andere den Weg gehen, erst einmal genau hinzuschauen und in Schritt eins nur zu beschreiben; und noch mehr beruhigt es mich, dass ich nicht alleine hier vor allem eine ganz normale Rüden-Hündinnen-Begegnung sehe. Das ist es, was einen offenen Blick unterscheidet von dem durch die Brille einer bestimmten Ansicht: Nicht gleich interpretieren, sondern erst einmal hinschauen.

    Was nun das Thema mit den verschiedenen Hundetypen angeht, auf die ein Hund reagiert: Ich denke, jeder, der seinen Hund gut beobachtet, kann schon nach kurzer Zeit genau sagen, auf welchen Hund der eigene reagieren will. Und auch hierfür brauche ich keine Thesen, sondern nur genaues und unvoreingenommenes Beobachten. Wer natürlich gleich überlegt, wie das, was er sieht, mit einem vorgegebenen Schema (welcher Art auch immer) übereinstimmt, der verstellt sich den Blick. Und vor allem geht er den Umweg über das bewusste Denken, welches notwendigerweise immer langsamer ist als das Bauchgefühl. Einfach gesagt: Bauchgefühl ist ja nichts anderes als das unbewusste und damit deutlich schnellere „Scannen“ aller bisher im Leben gespeicherten Beobachtungen, während der bewusste „Filter“ deutlich langsamer läuft. Die Kunst besteht also darin, möglichst unvoreingenommen (und das ist wichtig, durch ein vorgefasstes Konzept „gefilterte“ Wahrnehmungen sind wertlos!) viele „Daten“ auf sich wirken zu lassen, die dann bei Bedarf abgerufen werden können. Schafft man das, dann muss man im Realfall gar nicht lange darüber nachdenken, sondern sieht einen Hund auf sich zu kommen und weiß schon spontan, ob der eigene Hund jetzt reagieren wird oder nicht.

    Diese Vorgehensweise ist natürlich logischerweise nur für den allereigensten Gebrauch möglich. Sobald ich jemand anderem etwas erklären möchte, ist es sinnlos, mit dem eigenen Bauchgefühl zu argumentieren. Hier hilft nur das, was Sockensucher so prima gemacht hat, nämlich genau beschreiben und die daraus folgenden Schlüsse mit Begründung erläutern.

    In diesem Sinne fände ich es eine tolle Idee, vielleicht einmal Frau Ertel etwas zu entschleunigen, sprich, von ihr nicht gleich ihre Schlussfolgerungen zu hören, sondern erst die Beschreibung, dann ihre Interpretation und möglichst noch die Begründung ihrer Interpretation. Natürlich wäre das etwas zeitaufwändiger, als auf der Wiese sofort Behauptungen aufzustellen, aber dank moderner Technik ohne weiteres machbar. Sprich, die Hunde zunächst von mir aus auch auf der Wiese ohne große Kommentare zu beobachten und zu filmen, und dann erst dieses Filmmaterial zu besprechen. Da kann man dann auch mal auf Stopp drücken, zurückspulen, nachhaken… Das wäre der Klarheit sicher dienlich, Fragen könnten gezielt beantwortet und Unstimmigkeiten diskutiert werden. Nachteil dabei: Natürlich braucht das mehr Zeit und ist somit unwirtschaftlicher; und, das stelle ich jetzt einfach mal in den Raum, es verhindert auch, dass die Hundehalter allein vom Tempo überrannt werden und mit eigenen kritischen Gedanken einfach nicht mehr nachkommen. (Das ist ja auch eine bekannte Strategie, die Kunden so in Atem zu halten, dass sie gar nicht zum nachhaken kommen, und irgendwann ein ganzes Verkaufsgespräch einfach geschluckt haben. Und einen Kühlschrank gekauft, den sie eigentlich nie haben wollten…)

    Ich kenne es jedenfalls von vielen seriösen Trainern und Seminaren, dass die Videoanalysen fest zum Programm gehören und man dabei in aller Ruhe so lange hinterfragen darf, bis man es wirklich verstanden hat.

  4. Carla

    Geht ja eigentlich gar nicht anders. Denn sonst muss Frau Ertel ja nach dem Tierschutzgesetz eine Trainerlizenz haben. Sie sagt ja selber, sie beurteilt die Hunde nur. Sie korrigiert nicht, trainiert nicht. Sie klebt ein Etikett auf und fertig. Was Laien im Forum dann an „Hilfe“ anbieten braucht keine Lizenz.

  5. Ungerudelt

    Aber mit diesem Etikett klebt sie auch ganz konkrete Anleitungen für den Umgang in der Zukunft auf, die zB. auf Frau Ertels Internetseite detailliert nachzulesen sind.
    Man kann sagen „man trainiert/korrigiert“ nicht – aber sie tut es doch, da das aufkleben des Etiketts weitreichende Vorgaben beinhaltet, wie der HH seinen Hund künftig zu führen und behandeln hat.
    Nichts anderes macht ein Trainer und deshalb bin ich der Meinung:
    Frau Ertel erfüllt damit die Voraussetzungen, wie jeder andere Trainer, der Geld damit verdient, Hundehalter im Umgang mit Hunden anzuleiten und §11 gilt auch für sie.

  6. Ungerudelt

    Auf dem Video https://www.youtube.com/watch?v=p9-2-wPIIA0&list=UUl4z0ofsm0vPF7R13eQOxbA mit dem MBH und N2 gibt Frau Ertel beispielsweise bei 4.22 min eine konkrete Anweisung:
    „..dann nimmst Du Dir eine Haselnussrute…“ und die HH wird angewiesen, damit durchzusetzen, dass kein Hund sie überholt.
    Das SIND Trainingsanweisungen und zwar gewerblich, gegen EBezahlung auf dem Workshop.
    Wenn sie keine Trainerlizenz hat – dann sollte diesem Treiben amtlicherseits mal genauer nachgegangen werden.

  7. Susanne

    Vielleicht senden die Betreiber von Rudelstellungen-Klargestellt eine offizielle Anfrage an das zuständige Veterinäramt und ein paar dieser Videos gleich mit? Wäre möglicherweise eine interessante Feststellung?

  8. Gaby

    Soviel uns bekannt ist, ist der SKN nach § 11 von BE beantragt. Und damit ist der Form Genüge getan.

  9. Timbra

    Hm, nach § 11 Abs. 5 TierSchG darf mit der Ausübung der Tätigkeit (nach Abs. 1) erst nach Erteilung der Erlaubnis begonnen werden.

    Im Handelsregister steht bei Gegenstand des Unternehmens für das ZVR-Zentrum Vererbte Rudelstellung der Hunde UG, also dem Veranstalter dieser sog. Workshops: „Die Beratung über die Haltung des Hundes unter Berücksichtigung seiner Geburtsstellung, (…).“ Das kommt einer Ausbildung i.S.v. § 11 Abs. 8 Nr. 1 f) TierSchG schon recht nahe.

  10. Tina

    Auch wenn die letzten Kommentare aus dem Jahr 2016 auf dieser Seite gelöscht werden, ändert dies nichts daran, dass Workshops von rs weiterhin gut besucht werden, Hunde getauscht werden, weiterhin fragwürdige erziehungstips seitens Frau ertel im Forum erteilt werden, zuletzt auch wieder an eine Userin, immer den Eckhund für Fehlverhalten eines anderen rudelmitglieds zu bestrafen. Das mache sie selbst (ertel) auch immer so. Solche und ähnliche Kommentare sieht man im öffentlichen Forum, aber nur wenn man registrierter Gast ist. Für nicht registrierte Gäste sieht das Forum tot aus. Viele Beiträge werden nicht sichtbar. Das ist anders, wenn man registriert ist.

  11. jcl

    Wieso sollten wir Kommentare löschen? Im Gegenteil begrüssen wir alle neuen Informationen, auch wenn wir selbst die RS-Gruppierung nicht mehr im Visier haben, da sich dies „mangels Masse“ nicht mehr lohnt. Du hast aber sicher recht, dass auch jeder einzelne verbleibende Anhänger und jeder einzelne dumme Ratschlag einer zuviel ist.

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