{"id":2571,"date":"2014-10-17T10:20:28","date_gmt":"2014-10-17T08:20:28","guid":{"rendered":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/?p=2571"},"modified":"2014-10-17T10:21:15","modified_gmt":"2014-10-17T08:21:15","slug":"interview-mit-stefan-kirchhoff","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/?p=2571","title":{"rendered":"Interview mit Stefan Kirchhoff"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><a title=\"Hundeschule Kirchhoff\" href=\"http:\/\/www.hundeschule-kirchhoff.de\/\" target=\"_blank\">Stefan Kirchhoff<\/a> arbeitete zw\u00f6lf Jahre lang hauptberuflich als Tierpfleger im Tierschutz. Nach seiner Tierpflegerlehre leitete er in Italien eineinhalb Jahre lang als stellvertretender Projektleiter das \u201eTuscany Dog Project\u201c von G\u00fcnther Bloch. Danach war er f\u00fcr f\u00fcnf Jahre als Tierheimleiter t\u00e4tig. Der Auslandstierschutz und die Vermittlung von Auslandshunden aus Rum\u00e4nien und Ungarn geh\u00f6rten dabei zu seinen T\u00e4tigkeiten. W\u00e4hrend dieser Zeit bereiste Stefan Kirchhoff beruflich und privat diverse L\u00e4nder wie Ungarn, Rum\u00e4nien und Spanien (Teneriffa). Um die bereits durch diese Reisen gewonnenen Erkenntnisse weiter zu vertiefen, gab er die Arbeit im praktischen Tierschutz auf und bereiste mit seinem drei\u00dfig Jahre alten Wohnmobil drei Monate lang Italien, Griechenland, die T\u00fcrkei, Bulgarien, Rum\u00e4nien, Serbien, Slowenien und Kroatien, um das Leben der Stra\u00dfenhunde fotografisch zu dokumentieren. Nach seiner R\u00fcckkehr schrieb er \u00fcber seine Erfahrungen mit Stra\u00dfenhunden ein Buch und gr\u00fcndete eine Hundeschule.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<div id=\"attachment_2607\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/23.03.20010-075_klein.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2607\" class=\"wp-image-2607 size-full\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/23.03.20010-075_klein.jpg\" alt=\"23.03.20010 075_klein\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2607\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u00a0klargestellt: Da man inzwischen wei\u00df, dass W\u00f6lfe in Familienverb\u00e4nden zusammenleben, wird der Begriff \u201eRudel\u201c in diesem Zusammenhang heute nicht mehr gerne verwendet. Inwiefern l\u00e4sst sich der Begriff \u201eRudel\u201c auf mehrere zusammenlebende Hunde, die in der Regel eher selten miteinander verwandt sind, anwenden? <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Gar nicht. Das Tuscany Dog Projekt von G\u00fcnther Bloch hat uns gezeigt, dass auch Hunde dazu in der Lage sind, ein Rudel zu bilden. Allerdings ist u.a. ein verwandtschaftliches Verh\u00e4ltnis daf\u00fcr notwendig, und dies kommt meines Erachtens sehr selten vor. Ich habe \u00fcber 25 Gruppen dokumentiert, davon war eine Gruppe dabei, die sich verhielt wie ein Rudel. Die anderen, also der Gro\u00dfteil aller in Gruppen lebenden Stra\u00dfenhunde, lebten in losen Lebensgemeinschaften. Best\u00e4tigt wird das von McDonald und Carr, die 1995 die Sozialstruktur von Streunern als \u201efuchs\u00e4hnlich\u201c bezeichneten. Typische Verhaltensweisen eines Rudels sind z.B. gemeinsame Gefahrenabwehr, gemeinsame Aktivit\u00e4ten au\u00dferhalb des Kernreviers, Chorheulen, enges Kontaktliegen, h\u00e4ufigere soziopositive Kontakte. Kurz gesagt sind zusammengew\u00fcrfelte Konstellationen von Hunden als Gruppe und nicht als Rudel zu bezeichnen. Egal ob sie beim Menschen leben oder auf der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Frau Ertel beschreibt den Aufbau eines \u201estrukturierten Rudels\u201c so, dass sich zun\u00e4chst zwei \u201eEckhunde\u201c unterschiedlichen Geschlechts zusammenfinden. Diese Tiere n\u00e4hmen sich dann von au\u00dfen nach und nach in bestimmter, \u201epassender\u201c Reihenfolge weitere vier erwachsene Tiere, sogenannte \u201eBindehunde\u201c auf. Zum Schluss vervollst\u00e4ndigt dann der dritte \u201eEckhund\u201c das perfekte Siebenerrudel. Hat man eine solche Vorgehensweise bei verwilderten Haushunden beobachten k\u00f6nnen? <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Nein. Das w\u00e4re auch ein Widerspruch in sich. Wer heute anzweifelt, dass ein Rudel eine Familie darstellt, ignoriert die tats\u00e4chlich gemachten wissenschaftlichen Arbeiten der letzten Jahre. Bei der Art und Weise wie Frau Ertel die Entstehung eines Rudels beschreibt, handelt es sich eigentlich nicht um ein Rudel, sondern um eine Gruppe. Unabh\u00e4ngig von der Definition Rudel\/Gruppe &#8211; eine solche Aussage zu treffen, m\u00fcsste hei\u00dfen, ganz konkrete Beobachtungen gemacht zu haben, die meines Erachtens nur mit sehr aufw\u00e4ndigen und langen Beobachtungszeiten m\u00f6glich w\u00e4ren. Bei Gruppen ist es sehr schwer zu sagen, wie, wann und warum sich zwei oder mehr Hunde zusammentun. Stellen Sie sich diese Beobachtungen in der Praxis vor. Sie laufen durch eine Stadt wie Bukarest und begegnen st\u00e4ndig einen Stra\u00dfenhund, den m\u00fcssten Sie solange verfolgen, bis sie eben genau die von Frau Ertel beschriebenen Beobachtungen machen k\u00f6nnen. Da es aber oft so ist, dass die Hunde entweder alleine oder bereits in einer Gruppe leben, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Hund zu finden, der einen anderen \u201eEckhund\u201c sucht, extrem gering. Wenn Sie diesen dann gefunden haben, k\u00f6nnte es wochenlang dauern, bis er sich einem anderen Hund anschlie\u00dft, warum auch immer. Dann gehen die Beobachtungen weiter. Die Tiere m\u00fcssten \u00fcber einen sehr langen Zeitraum und rund um die Uhr beobachtet werden. Dazu kommt, dass Sie um solch eine aus dem Rahmen springende These zu best\u00e4tigen, nicht nur eine Entstehung des \u201ePseudorudels\u201c dokumentieren m\u00fcssten, sondern einige mehr. Ohne Telemetrie, ethologischen Knowhow, viel Geld, Zeit und Hilfe von anderen Menschen, ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Bei der Behauptung, dass ein solches Pseudorudel immer aus sieben Hunden bestehen m\u00fcsse, ist es f\u00fcr mich sehr schwer, noch sachlich zu bleiben. Weder bei den Gruppen noch bei den Rudeln waren es exakt sieben Hunde und wenn, dann war es Zufall.<\/p>\n<div id=\"attachment_2581\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/04_05_doppelt.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2581\" class=\"wp-image-2581 size-full\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/04_05_doppelt.jpg\" alt=\"04_05_doppelt\" width=\"600\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/04_05_doppelt.jpg 600w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/04_05_doppelt-300x100.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2581\" class=\"wp-caption-text\">Klassisches Rudelverhalten. Soziopositives Verhalten ist in einem Rudel ausgepr\u00e4gter und h\u00e4ufiger als in einer Gruppe. Bei diesen Hunden ist die Verwandtschaft auch deutlich zu sehen. \u00a9 Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Im Gegensatz zu \u201estrukturierten Rudeln\u201c beobachtet man gem\u00e4\u00df Ertel eher lose Verb\u00e4nde. Laut Rudelstellungslehre sind Hunde in solchen Verb\u00e4nden ausschlie\u00dflich \u201eBindehunde\u201c, die sich \u201easozial\u201c verhalten und st\u00e4ndig um ihre Rudelposition k\u00e4mpfen. Haben Sie dies beobachten k\u00f6nnen? <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Wie bereits beschrieben, halte auch ich die meisten freilebenden Hunde in Gruppen f\u00fcr lose Verb\u00e4nde. Eine Aussage, welche genaue soziale Ordnung in diesen Gruppen herrscht, kann ich nicht genau machen, da meine Zeit sehr begrenzt war und ich in drei Monaten mehrere Gruppen dokumentierte. Letztlich bin auch ich kein Wissenschaftler mit entsprechenden Mitteln. Ein Sozialsystem in einer Gruppe zu entschl\u00fcsseln, macht man nicht einfach so nebenbei. Es w\u00e4re also eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich innerhalb der verschiedenen Gruppen keinerlei \u00fcbersteigerte Aggression oder st\u00e4ndige &#8222;Rangordnungsk\u00e4mpfe\u201c, sofern es diese \u00fcberhaupt gibt, gesehen hatte. Ganz allgemein habe ich auf der Stra\u00dfe wenig aggressive Auseinandersetzungen gesehen. Besch\u00e4digungsbei\u00dfen kam haupts\u00e4chlich w\u00e4hrend der L\u00e4ufigkeit vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch bei diesem Beispiel sollte man einfach mal praktisch denken. In einer Gruppe zu leben, in der man sich st\u00e4ndig behaupten und irgendwelche K\u00e4mpfe austragen muss, hie\u00dfe in einer st\u00e4ndigen sozialen Unordnung zu leben, das h\u00e4lt kein Tier oder Mensch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit aus. Allein der dadurch entstehende Energieverbrauch! Dies ist biologisch gesehen v\u00f6llig sinnlos und entspricht auch nicht ansatzweise der Natur des Hundes.<\/p>\n<div id=\"attachment_2582\" style=\"width: 510px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.-2-IMG_7662_kleiner.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2582\" class=\"wp-image-2582\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.-2-IMG_7662_kleiner.jpg\" alt=\"Nr. 2 IMG_7662_kleiner\" width=\"500\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.-2-IMG_7662_kleiner.jpg 600w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.-2-IMG_7662_kleiner-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2582\" class=\"wp-caption-text\">Harmonisches Gruppenruhen. \u00a9Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2584\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.67-3f-IMG_5304_kleiner.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2584\" class=\"wp-image-2584\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.67-3f-IMG_5304_kleiner.jpg\" alt=\"Nr.67 3f IMG_5304_kleiner\" width=\"400\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.67-3f-IMG_5304_kleiner.jpg 500w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.67-3f-IMG_5304_kleiner-300x199.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2584\" class=\"wp-caption-text\">Nat\u00fcrlich knallt es auch mal innerhalb einer Gruppe, aber alles im fairen Bereich und vor allen nicht st\u00e4ndig. \u00a9 Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<strong><em>klargestellt: Einzelhunde unter den Stra\u00dfenhunden werden als \u201eEckhunde\u201c bezeichnet. Haben Sie eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr, dass diese Hunde lieber alleine bleiben, als in einem losen Verband f\u00fcr Struktur zu sorgen? <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: \u00dcber \u201eEckhunde\u201c kann ich nichts erz\u00e4hlen, ich kenne keine. Aber ich habe einige Einzelg\u00e4nger auf der Stra\u00dfe gesehen und wenn man dar\u00fcber spekulieren m\u00f6chte, warum sie alleine sind, kommt man auf verschiedene M\u00f6glichkeiten. Erstens: der Hund ist gar kein Einzelg\u00e4nger, sondern gerade solo unterwegs. Zweitens: der Hund wurde gerade erst ausgesetzt. Drittens: es ist ein freilaufender Besitzerhund, der alleine gehalten wird. Viertens: Der Hund verzichtet auf die Vorteile des Gruppenlebens. F\u00fcnftens: Der Hund mag keine anderen Hunde.<\/p>\n<div id=\"attachment_2585\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/5-IMG_6988_kleiner.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2585\" class=\"wp-image-2585 size-full\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/5-IMG_6988_kleiner.jpg\" alt=\"5 IMG_6988_kleiner\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/5-IMG_6988_kleiner.jpg 400w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/5-IMG_6988_kleiner-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2585\" class=\"wp-caption-text\">Ein Vorteil des Gruppenlebens ist, das es immer einen anderen Hund gibt der aufpasst. \u00a9Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<div id=\"attachment_2586\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.8-13-25_klein.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2586\" class=\"wp-image-2586 size-medium\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.8-13-25_klein-300x200.jpg\" alt=\"Nr.8 13 (25)_klein\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.8-13-25_klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.8-13-25_klein.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2586\" class=\"wp-caption-text\">Dieser Hund hat eine sichere Unterkunft, vielleicht ist das der Grund, warum er alleine bleiben m\u00f6chte. \u00a9 Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.9-13-26_klein.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-2587 size-medium\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.9-13-26_klein-200x300.jpg\" alt=\"Nr.9 13 (26)_klein\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.9-13-26_klein-200x300.jpg 200w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.9-13-26_klein.jpg 267w\" sizes=\"(max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: In wie weit l\u00e4sst sich das Zusammenleben mehrerer (Stra\u00dfen-) Hunde mit dem eines frei lebenden Wolfsverbandes vergleichen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Hier ins Detail zu gehen, w\u00fcrde den Rahmen sprengen. Bei dem Tuscany Dog Projekt von G\u00fcnther Bloch haben wir viele analoge Verhaltensweisen zwischen den Hunden und W\u00f6lfen gesehen, aber beides sind Familienverb\u00e4nde. Bei den Gruppen sieht es sicherlich noch etwas anders aus, aber das ist noch nicht wirklich detailliert erforscht. Trotzdem kann man Vergleiche ziehen und viel daraus lernen. Man muss aber aufpassen, nicht zu vorschnell zu spekulieren, um diese Spekulationen in die Hundeerziehung einflie\u00dfen zu lassen. Schlie\u00dflich ist eine Mensch\/Hund- Gruppe auch nochmal was anderes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Ein Ziel der Rudelstellungslehre ist es, Hunde in \u201estrukturierten Rudeln\u201c zusammenzuf\u00fchren und jeglichen menschlichen Einfluss zu minimieren. Hundesport, Erziehung, das Anstreben einer Beziehung Mensch-Hund etc. gelten als menschlicher Egoismus, der den Tieren schade. Befreit eine solche Bindungs- und Beziehungslosigkeit Ihrer Meinung nach den Hund tats\u00e4chlich von der Last f\u00fcr den Menschen da sein zu m\u00fcssen? <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Na ja, generell gesagt, muss ich als Hundebesitzer ja nicht zwangsl\u00e4ufig eine Bindung oder Beziehung durch Hundesport oder Erziehung aufbauen. Unser Alltag, in dem der Hund irgendwie Platz finden muss, erfordert dies aber zumeist. Das beste Beispiel sind die Punks mit ihren Hunden. Ich habe noch nie einen auf der Stra\u00dfe lebenden Punk gesehen, der seine Hunde klickert, ein Hundebuch liest oder zur Hundeschule geht. Trotzdem kann jeder Hundebesitzer vor Neid erblassen, wenn er sieht, wie harmonisch diese Menschen mit ihren Hunden unangeleint durch die Stadt laufen (zumindest in den meisten F\u00e4llen). Das liegt aber sicherlich auch nicht daran, dass sie ihre Hunde nach der Rudelstellungslehre zusammengestellt haben. Vielmehr liegt es daran, dass die Hunde permanent mit ihren Besitzern zusammen sind, der Hund zwar geliebt wird, aber immer noch ein Hund ist. Punks sind viel unterwegs und drau\u00dfen, die Hunde sind ihrer Umwelt permanent ausgesetzt und nicht 20 Stunden am Tag im Haus eingesperrt, sie haben viel Kontakt zu Artgenossen, zu den gruppeninternen als auch den gruppenfremden. Dadurch sind sie voll ausgelastet und zeigen oft ein sehr entspanntes Wesen mit einer hervorragenden Bindung. Leider k\u00f6nnen \u201cnormale\u201c Hundebesitzer ihren Hunden solch ein Leben nicht bieten. Das hat zur Folge, dass Probleme entstehen k\u00f6nnen, die eine Erziehungs- und Bindungsarbeit erforderlich machen. In diesem Fall schaden wir den Hunden nicht, sondern helfen ihnen mit unserem f\u00fcr den Hund eher langweiligen Alltag zurechtzukommen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2576\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/01_02_doppelt.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2576\" class=\"wp-image-2576 size-full\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/01_02_doppelt.jpg\" alt=\"01_02_doppelt\" width=\"600\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/01_02_doppelt.jpg 600w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/01_02_doppelt-300x100.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2576\" class=\"wp-caption-text\">Stra\u00dfenhunde haben immer etwas zu beobachten. Sie sind mitten in ihrer Umwelt. Das blo\u00dfe Gucken sorgt f\u00fcr Auslastung. \u00a9 Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: W\u00e4re es m\u00f6glich, mit solcherart gehaltenen Hunden ohne Gefahr zum Beispiel durch wildreiches Gel\u00e4nde zu laufen und die Hunde dort abzuleinen? Oder m\u00fcsste man davon ausgehen, dass die Hunde, wolfsgruppen\u00e4hnlich u. U. gemeinsam zur Jagd ansetzen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Das ist individuell zu betrachten. Es gibt keine Erziehungsmethode, die das Jagdverhalten mit einer Garantie f\u00fcr jeden Hund unterbindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Erziehung, so die Lehre, zerst\u00f6re den Hund. In Beitr\u00e4gen auf dem Rudelstellungsforum l\u00e4sst sich daher immer wieder lesen, dass die Hunde nicht mehr auf Kommandos, z.B. R\u00fcckruf, reagieren. Kann es sein, dass Hunde durch \u2013 gewaltfreie &#8211; Erziehung und Konditionierung an ihrer psychischen Gesundheit Schaden nehmen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Nein. Wenn alles richtig gemacht wird und das Training auf Hund und Halter zugeschnitten ist, dann ist es sicherlich nicht sch\u00e4dlich, sondern hilft dem Hund, sich zu orientieren und ihm mehr Freiheiten zu erm\u00f6glichen. Der R\u00fcckruf z.B. muss antrainiert werden. Wenn ich den Hund erzieherisch nicht einschr\u00e4nke und den R\u00fcckruf nicht durchsetze, muss ich mich auch nicht wundern, dass der Hund tut was er will. Das Ergebnis sehen wir sonntags morgens bei sch\u00f6nem Wetter an beliebten Gassiegehgebieten. Die meisten Hunde rennen chaotisch durch die Gegend und reagieren nicht auf R\u00fcckruf. Als Alternative bekommen wir dann immer zu h\u00f6ren, dass der Hund ja nur spielen will usw. Das geht solange gut, bis sich einer vom Hund bedroht f\u00fchlt oder tats\u00e4chlich etwas passiert. Das ist mit ein Grund, warum wir heute Hundegesetze haben. Die Folge ist, dass der Hund nur noch an der Leine geht oder nach Frau Ertel gar nicht mehr spazieren gehen darf. Na prima, das nenne ich Fortschritt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Zu \u201eForschungszwecken\u201c werden derzeit f\u00fcnf aus Italien importierte \u201eelo\u00e4hnliche Volpinomischlinge\u201c beobachtet. Laut Rudelstellungsverein handelt es sich hierbei um etwa 4 Jahre alte Vollgeschwister (2 R\u00fcden, 3 H\u00fcndinnen), die von Geburt an \u201estrukturiert\u201c, das hat Frau Ertel \u201efestgestellt\u201c, zusammenleben. Sie wuchsen \u201evergessen\u201c in einem Canile auf und hatten, so hei\u00dft es, weder zu anderen Hunden, noch zu Menschen nennenswerten Kontakt. Diese als extrem menschenscheu beschriebene Hundegruppe wird nun auf einem 350qm\u00b2 gro\u00dfen Grundst\u00fcck gehalten und weitgehend sich selbst \u00fcberlassen. Haben Sie eine Idee, in welcher Weise sich aus diesem Experiment R\u00fcckschl\u00fcsse auf eine genetisch bedingte \u201eRudelstellung\u201c ziehen lie\u00dfe?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Es ist ja schon mal lobenswert, dass man diese Theorie auch wissenschaftlich belegen m\u00f6chte. Ich wundere mich gerade nur \u00fcber die Reihenfolge. Eigentlich sollte es so sein, dass man, ganz einfach ausgedr\u00fcckt, erst beobachtet, dann eine Hypothese erstellt, weiter beobachtet, die Antithese versucht zu best\u00e4tigen, um daraus dann R\u00fcckschl\u00fcsse zu ziehen. Sollte sich was best\u00e4tigen, sollten dann weitere Beobachtungen vorgenommen werden. Erst dann sollte man die daraus entstandenen Erkenntnisse ver\u00f6ffentlichen. Oder man schreibt, dass es nur eine Vermutung ist. Frau Ertel macht es genau andersherum. Sie ist ja bereits v\u00f6llig von ihrem Konzept \u00fcberzeugt. Was soll da rauskommen? Und welcher Wissenschaftler leitet dieses Forschungsprojekt? Und dann halte ich das Gel\u00e4nde nicht gerade f\u00fcr gro\u00df. Gewisse Beobachtungen lassen sich auch auf kleinem Terrain machen, wie z.B. Liegepositionen, Gefahrenabwehr, Interaktionen, Wer macht was mit wem? Aber gerade beim Erkundungsverhalten, wie z.B. wer leitet in welcher Situation, wer orientiert sich an wem, wer nimmt wann welche Stellung ein, wird es schon sehr knapp. Diese Frage sollte aber auch nochmal an einen richtigen Wissenschaftler, der ich ja auch nicht bin, gestellt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0\u201eEine Zufalls-Beobachtung kann in der Tat jeder machen. Aber von ihr bis zu einer gro\u00dfen Ahnung, dass etwas Bedeutsames dahinter steckt, ist ein gro\u00dfer Schritt, und ein noch gr\u00f6\u00dferer von dieser Ahnung bis zur klaren wissenschaftlichen Erkenntnis, was dieses Etwas ist.\u201c<br \/>\n<\/em>Max von Laue<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: F\u00fcr Frau Ertel ist es au\u00dferdem \u201eziemlich offensichtlich\u201c, dass die Volpinogruppe urspr\u00fcnglich aus sieben Hunden bestand, von denen zwei \u201eabhanden gekommen\u201c seien. Halten Sie es f\u00fcr m\u00f6glich, dass so etwas, selbst in einem italienischen Canile, in dem die Hunde ja aufgewachsen sein sollen, \u00fcberhaupt nicht bemerkt wird?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Das kommt auf das Canile an. Es gibt Tierheime mit \u00fcber 1000 Hunden. Da kann sowas tats\u00e4chlich untergehen. Kommen sie aus einem staatlichen Tierheim, kann es auch sein, dass der Nachwuchs es auf Grund der schlechten Bedingungen nicht geschafft hat oder sie einfach \u201eentsorgt\u201c wurden. Schlie\u00dflich bekommt ein staatliches Canile, meistens sind es Gewerbetreibende, nur Geld f\u00fcr Fundtiere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Die Haltung auf diesem doch sehr kleinen Areal wird damit gerechtfertigt, dass es im Vergleich zum italienischen Canile deutlich gr\u00f6\u00dfer sei. Halten Sie eine solche Begr\u00fcndung f\u00fcr ausreichend? Ist diese Art der Haltung mit dem Tierschutzgesetz unseres Landes vereinbar?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Tats\u00e4chlich w\u00e4re es f\u00fcr diese Hunde eine Verbesserung der Lebensqualit\u00e4t. Die wenigsten ausl\u00e4ndischen Tierheime k\u00f6nnen ihren Hunden \u201eso viel\u201c Platz bieten. Staatliche Tierheime schon mal gar nicht. Wenn die Hunde Schutz vor Witterungseinfl\u00fcssen haben, z.B. in Form von Schutzh\u00fctten, ist dies nach dem Tierschutzgesetz leider schon ausreichend. Das Deutsche Tierschutzgesetz h\u00f6rt sich theoretisch gut an, ist aber ein zahnloser Tiger. Zwingerhaltung und Anbindevorrichtung ist unter bestimmten Bedingungen auch erlaubt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Der Rudelstellungsverein sieht sich als Retter der Hunde, die urspr\u00fcnglich einzeln vermittelt werden sollten und dank seines Engagements nun zusammenbleiben d\u00fcrfen. Ist es tats\u00e4chlich besser f\u00fcr diese Hunde, sie weiter m\u00f6glichst isoliert vom Menschen und der Au\u00dfenwelt in ihrer Gemeinschaft zu halten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Nein. Besser w\u00e4re es, zu versuchen, die Lebensqualit\u00e4t der Hunde nochmals zu steigern. Das hei\u00dft, sie an den Menschen zu gew\u00f6hnen und sie vermittlungsf\u00e4hig zu machen. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit Hunden gemacht, die unter diesen nicht untypischen Bedingungen gro\u00df geworden sind, und sie erfolgreich in den Hausstand integriert. Eine Trennung der Hunde ist da meistens auch von Vorteil. Allerdings muss man da sehr behutsam rangehen und wissen was man macht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Wir wissen nicht, ob diese Volpinos kastriert sind. Es gibt keine Welpen und aus den Informationen des Rudelstellungsvereins l\u00e4sst sich auch nicht schlie\u00dfen, dass es fr\u00fcher welche gab. K\u00f6nnte dies bedeuten, dass die Hunde von sich aus Inzucht vermeiden oder halten Sie es f\u00fcr wahrscheinlicher, dass sie kastriert sind?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: An Inzuchtvermeidung bei Haushunden glaube ich nicht, man kann es aber nicht ganz ausschlie\u00dfen. Sie werden wohl kastriert sein oder die Welpen sind sonst wie verschwunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: \u201eAnliegen\u201c des Rudelstellungsvereins bei diesem Experiment ist es: \u201eGemeinschaften homogener Hundegruppen\u201c, in denen also \u201edie passenden Stellungen zusammenleben d\u00fcrfen\u201c, zu \u201esch\u00fctzen\u201c und \u201ewiederzugeben.\u201c Mit anderen Worten: man will anhand menschenscheuer Hunde beweisen, dass Hunde, wenn sie nur \u201estukturiert\u201c in Ruhe gelassen werden, sehr viel gl\u00fccklicher sind als solche, die mit dem Menschen zusammenleben (m\u00fcssen). Was halten Sie von dieser Theorie?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Schwierig. Erstens: wie will man \u201eGl\u00fcck\u201c messen? Und zweitens muss den Hunden die alternative Haltung, also beim Menschen als Vergleich, angeboten werden. Drittens: eine Gruppe w\u00fcrde da nicht ausreichen um zu signifikanten Aussagen zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Weiteres Ziel dieser \u201eForschungsarbeit\u201c ist es, die \u201eStellungstatsachen\u201c, wie der Verein es nennt, verhaltensbiologisch \u00fcberpr\u00fcfen und wissenschaftlich nachweisen zu k\u00f6nnen, so dass k\u00fcnftig bei einer tier\u00e4rztlichen Untersuchung die betreffende Rudelstellung festgestellt werden k\u00f6nne. Halten Sie das f\u00fcr plausibel? Wie w\u00fcrden Sie ein solches Experiment wissenschaftlich bewerten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Wieso bei einem Tierarzt? Soll man die \u201eStellung\u201c des Hundes an seinem Blutbild feststellen k\u00f6nnen? Das h\u00f6rt sich f\u00fcr mich sehr unplausibel an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Mittlerweile werden Nachrichten zu diesem \u201eVopino-Rudel\u201c nicht mehr ver\u00f6ffentlicht. Zuvor wurde noch mitgeteilt, dass einer der Hunde 10 Tage lang kein Futter zu sich genommen hatte. Eingegriffen wurde nicht. Frau Ertel schrieb dazu: \u201eEine so diszipliniert gef\u00fchrte Futterarbeit zeigt uns Menschen, dass da etwas gewaltig aus dem Gleichgewicht geraten ist, und genau \u00fcber diese strenge Futterarbeit bekommt sich der MBH selber auch wieder in den Griff und das ist f\u00fcr das \u00dcberleben der Gemeinschaft notwendig. Keine Gemeinschaft braucht einen \u00fcbernerv\u00f6sen MBH, der individuell innerliche Probleme hat.\u201c Wie ist dies zu bewerten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Ich glaube nicht, dass ein Hund bewusst 10 Tage lang hungert, um sich selbst in den \u201eGriff\u201c zu bekommen. Bei zehn Tagen Hungern finde ich es sehr unverantwortlich, als Mensch nicht einzuschreiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Die Geschwistergruppe ist, wie Frau Ertel das nennt, ohne \u201est\u00f6renden\u201c Einfluss von au\u00dfen aufgewachsen, daher konnte sie ihre \u201eideale Gruppenstruktur\u201c erhalten. Verhaltensauff\u00e4lligkeiten wie oben genannte, werden damit erkl\u00e4rt, dass zwei der urspr\u00fcnglich sieben Hunde nun fehlten. Dass es jemals sieben waren, ist allerdings lediglich eine unbewiesene These Frau Ertels. W\u00e4re diese Begr\u00fcndung nachvollziehbar oder halten Sie andere Gr\u00fcnde f\u00fcr die gezeigten Verhaltensauff\u00e4lligkeitn f\u00fcr plausibel?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Ich halte andere Gr\u00fcnde f\u00fcr wesentlich wahrscheinlicher, siehe n\u00e4chste Frage.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Ehe der Thread \u00fcber das \u201eVolpino-Rudel\u201c aus der \u00d6ffentlichkeit verschwand, wurde noch mitgeteilt, der Hund fresse wieder und es habe auch bei einer tier\u00e4rztlichen Untersuchung keinerlei Beanstandungen gegeben. K\u00f6nnte es sein, dass ein Sich-Selbst-\u00dcberlassen der Hunde damit gerechtfertigt und tats\u00e4chlich eine Art Selbsterziehung geschehen ist?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Ich bezweifle das sehr stark. Ich habe in 12 Jahren hauptberuflicher Arbeit im Tierschutz und Hunderten von traumatisierten Hunden noch nie erlebt, dass ein Hund 10 Tage nichts frisst, obwohl es keine gesundheitlichen Auff\u00e4lligkeiten gibt. Die meisten Hunde fangen nach sp\u00e4testens 2- 3 Tagen an zu fressen. Allerdings haben wir auch daf\u00fcr gesorgt, dass der Hund permanent Futter zur Verf\u00fcgung hat, sich in seiner Gruppe traut zu fressen, oder ihn alleine gesetzt, damit er in Ruhe fressen kann, oder wir haben besonderes Futter angeboten. Notfalls mit Handf\u00fctterung. Irgendeinen Weg gibt es immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit ganz klaren Worten ist das Verhalten von Frau Ertel hoch tierschutzrelevant und hat nichts mit Forschung zu tun. Durch das lange Hungern kann es zu Organsch\u00e4den und anderen gesundheitlichen Folgesch\u00e4den kommen. Im Grunde ist das bereits ein Tierversuch, f\u00fcr den es sicherlich keinen Antrag auf Genehmigung eines Tierversuchsvorhabens gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Brauchen Hunde den Menschen? Wie wichtig ist sozialer Kontakt zum Menschen f\u00fcr Hunde generell und wie verh\u00e4lt es sich in einem Fall wie den Volpinos?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Das ist v\u00f6llig unterschiedlich und kommt ganz auf die Sozialisierung, dem Verhalten des Menschen gegen\u00fcber dem Hund und den Charakter des Hundes an. Hunde k\u00f6nnen auch sehr gut ohne den direkten Kontakt zum Menschen auskommen. Hier reden wir dann aber von verwilderten Streunern im Ausland. F\u00fcr alle anderen Hunde, die sich in Deutschland befinden, sollten wir versuchen, den Hund soweit es geht in unsern Alltag zu integrieren. Sozialisierungsphase hin oder her. Es war f\u00fcr uns immer wieder erstaunlich, wie viel Hunde nachholen k\u00f6nnen und trotz einer sehr schlechten Vergangenheit noch Vertrauen zum Menschen gewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2579\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/05_06_doppelt.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2579\" class=\"wp-image-2579 size-full\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/05_06_doppelt.jpg\" alt=\"05_06_doppelt\" width=\"600\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/05_06_doppelt.jpg 600w, https:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/05_06_doppelt-300x100.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2579\" class=\"wp-caption-text\">Nicht alle Stra\u00dfenhunde sind dem Menschen gegen\u00fcber scheu. Im Gegenteil, ich habe viele Streuner erlebt, die die Aufmerksamkeit von Menschen genossen haben. \u00a9 Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Lassen sich im Sinne von Forschung und Wissenschaft R\u00fcckschl\u00fcsse auf nat\u00fcrliches Verhalten durch das Beobachten von f\u00fcnf Geschwisterhunden in einem 350qm\u00b2 gro\u00dfen Garten ziehen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kirchhoff: Nur bedingt und eher ansatzweise, mit der Voraussetzung, auch Wissenschaftler zu sein oder mit einem wissenschaftlichen Berater zusammen zu arbeiten.<\/p>\n<div id=\"attachment_2580\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.155-IMG_8636_klein.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2580\" class=\"wp-image-2580 size-full\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Nr.155-IMG_8636_klein.jpg\" alt=\"Nr.155 IMG_8636_klein\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2580\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Stefan Kirchhoff<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: center;\"><a title=\"Interview mit Stefan Kirchhoff\" href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/?p=2571\">Top<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stefan Kirchhoff arbeitete zw\u00f6lf Jahre lang hauptberuflich als Tierpfleger im Tierschutz. 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