{"id":2464,"date":"2014-10-07T22:00:18","date_gmt":"2014-10-07T20:00:18","guid":{"rendered":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/?p=2464"},"modified":"2014-10-09T12:37:08","modified_gmt":"2014-10-09T10:37:08","slug":"interview-mit-dr-dorit-feddersen-petersen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/?p=2464","title":{"rendered":"Interview mit Dr. Dorit Feddersen-Petersen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em>Dr. Dorit Feddersen-Petersen ist Ethologin und Fachtier\u00e4rztin f\u00fcr Verhaltenskunde mit Zusatzbezeichnung Tierschutzkunde. Als Dozentin am Institut f\u00fcr Haustierkunde der Universit\u00e4t Kiel leitete sie die Arbeitsgruppe vergleichende Verhaltensforschung. Sie wies als\u00a0erste durch Kreuzungsz\u00fcchtungen nach, dass die\u00a0Hunderassen vom Wolf abstammen und nicht, wie man bis dahin annahm, teilweise vom Schakal. Ihre B\u00fccher \u201eHundepsychologie\u201c und \u201eAusdrucksverhalten beim Hund\u201c z\u00e4hlen zu den Standardwerken der Verhaltensforschung \u00fcber Kaniden. Derzeit arbeitet Dr. Feddersen-Petersen an ihrem neuen Buch <a href=\"http:\/\/www.kosmos.de\/produktdetail-26-26\/Verhaltensentwicklung_beim_Hund-6917\/\" target=\"_blank\">\u201eVerhaltensentwicklung beim Hund\u201c<\/a>, das im n\u00e4chsten Jahr erscheinen wird. Die namhafte Wissenschaftlerin und Tierschutzexpertin folgt dem Motto: \u201eWissen sch\u00fctzt Tiere.\u201c <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ein ganz herzliches Dankesch\u00f6n von klargestellt, dass sie sich f\u00fcr dieses Interview bereit erkl\u00e4rt hat!<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/joey_jumpt.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2475\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/joey_jumpt-231x300.jpg\" alt=\"joey_jumpt\" width=\"193\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/joey_jumpt-231x300.jpg 231w, http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/joey_jumpt.jpg 327w\" sizes=\"(max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/a><br \/>\nklargestellt: Es ist zentrale Aussage der Rudelstellungslehre, dass der Mensch seine Empathie zum \u201eInstinktwesen\u201c Hund verloren habe und sein heutzutage \u00fcbliches Zusammenleben mit dem Hund auf reinem Egoismus basiere (Jagd, H\u00fcten, Hundesport, Begleithund\u2026). Nur durch R\u00fcckbesinnung auf seine eigenen Instinkte und eine der genetisch bedingten Natur unserer Hunde angepasste &#8211; also rudelstellungsgerechte \u2013 Haltung, k\u00f6nne ein Hundeleben wirklich gl\u00fccklich werden. Der Mensch kommt in einer gl\u00fccklichen Hundewelt m\u00f6glichst wenig vor.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Das w\u00e4re f\u00fcr den Hund katastrophal, denn gerade Hunde orientieren sich sehr am Menschen, sind besonders eng mit ihm \u201everbandelt\u201c: Hunde wurden Haustiere, die sich an menschlichen Gesellschaften beteilig(t)en! Wohl die einzigen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Welchen Rolle spielen h\u00fcndische Spielpartner f\u00fcr das Sozialverhalten des sich entwickelnden Welpen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Welpen werden spielend flexibler f\u00fcr wechselnde Lebensbez\u00fcge, Spiele mit Hunden wirken entwicklungsf\u00f6rdernd im sozialen wie im kognitiven Bereich und dienen der Kommunikation, der Kontrolle eigener Aggression, der Entwicklung von Beziehungen (Bindungen), sozialer Rollen, um Einiges zu nennen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Welpen sind ja extrem sensibel gegen\u00fcber Reizen der kommunikativen Umwelt, sie werden spielend in die soziale Umwelt eingef\u00fchrt, lernen, f\u00fcr alles offen zu sein. Spieltypisch ist die Wiederholung bestimmter interaktiver Handlungsfolgen. Durch Wiederholung lernen die Welpen, durch Wiederholung denken sie, durch Wiederholung finden sie neue Wege und lernen einander kennen. So entstehen Beziehungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Spielkontext herrscht eine entspannte Stimmung und Spielen macht Spa\u00df. Die Welpen werden einbezogen, geh\u00f6ren dazu, f\u00fchlen sich sicher und geborgen. So beginnt die Umweltanpassung und die Einpassung in die sozialen Gegebenheiten um die Mutterh\u00fcndin herum. Kommuniziert wird die gute Stimmung, auch wenn Welpen hin und wieder die Balance verlieren oder etwas \u201evertr\u00e4umt\u201c im Wege stehen und spielerisch umgeschubst werden. Spielatmosph\u00e4re beruhigt und bindet ein. Welpen m\u00fcssen dazugeh\u00f6ren, das erfahren sie so.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Ist die von uns Menschen als spielerisch empfundene Interaktion zwischen Welpen einzig dem Lernen vorbehalten oder auch einfach zwec<\/em><\/strong><strong><em>kfreies Spiel?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Spielewelpengruppe.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2477 size-medium\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Spielewelpengruppe-300x198.jpg\" alt=\"Spielewelpengruppe\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Spielewelpengruppe-300x198.jpg 300w, http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Spielewelpengruppe.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Dr. Feddersen-Petersen: Spiel ist nie zweckfrei, es\u00a0ist eine urspr\u00fcngliche, kreative und universelle Kraft, die spontan und immer selbstbelohnend ist. Durch sie erfahren Welpen den Verbund mit dem \u201eRest der Welt\u201c \u2013 auf angenehmste Weise. Freies Spiel mag im Augenblick des Tuns \u201ezweckfrei\u201c, somit abzugrenzen von Regelspielen mit beginnender \u201eErziehung\u201c sein. W\u00e4hrend so ein Regelspiel todernst in seiner Durchf\u00fchrung ist, erfolgt freies Spiel regellos, entwickelt sich individuell und f\u00f6rdert Kreativit\u00e4t und letztendlich auch innovatives Verhalten! Spielende Welpen werden in dieser wohligen Atmosph\u00e4re \u201evon Anarchie\u201c eingefangen, wenn sie mit aufgerissenem Maul gegeneinander purzeln oder beim Spieldrohen kurz einnicken m\u00f6gen, und sie erfahren k\u00f6rperliches Zusammensein als Schutz und wilde Spiele als Freude. So etwas ist nicht wirklich zweckfrei, geht aber wohl in die Richtung \u201ees ist einfach Spiel\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Freies Spiel also ist spontan und selbstbelohnend und ist der Anpassung von Hunden an wechselnde Herausforderungen der Umwelt dienlich, speziell der Einstellung auf Sozialpartner, so auch zwischen Hunden und Menschen. Dann entwickeln sich unter Welpen auch Spielallianzen, indem etwa der mit dem spielt, der jeweils \u00e4hnlich reagiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch im \u201ezweckfreien\u201c Spiel l\u00e4uft nichts ohne Lernen. Lernen ist der Dreh- und Angelpunkt jedweden Spiels.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Worin liegt generell (auch beim erwachsenen Hund) der Unterschied beim Spiel mit vertrauten Spielpartnern und mit fremden Hunden? <\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Mit fremden Hunden wird mit \u201eangezogener Handbremse\u201c gespielt, indem ein wenig Vorsicht und Umsicht dazu geh\u00f6ren, man gibt sich nicht so ganz der Spielstimmung hin. Mit dem vertrauten Spielpartner wird innig gespielt, etwa durch emotionales Interagieren mit \u00fcbertriebenen Gesichtsausdr\u00fccken und wechselseitigem Ansehen zwischen Hunden (bzw. zwischen Hund und Mensch). Dieses Ausdrucks\u00fcbertreiben stammt aus der Mutter-Kind-Interaktion und dient dem Schaffen von N\u00e4he. Es etabliert wohl die funktionale Belastbarkeit f\u00fcr die soziale Auseinandersetzung. Fremden Hunden gegen\u00fcber besteht in aller Regel weniger Offenheit, wird weniger preisgegeben. Spiel zwischen vertrauten Sozialpartnern ist also v\u00f6llig offen, w\u00e4hrend beim Spiel in gr\u00f6\u00dferen Gruppen zumeist Renn- und Kampfspiele nur zweier Hunde vorherrschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Untersuchungen zum Spiel wenig miteinander vertrauter Hunde und solcher, die miteinander leben, verdeutlichen, dass in fremden Gruppen zumeist nur in Dyaden gespielt wird, w\u00e4hrend in vertrauten Gruppen drei bis vier Hunde regelm\u00e4\u00dfig in Spiele involviert sind (Feddersen-Petersen; Mackensen Friedrichs). Fazit: wer sich gut kennt, spielt inniger miteinander, und dieses mit mehreren Spielpartnern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Gibt es einen prinzipiellen Unterschied im Spiel zweier Hunde und einer gr\u00f6\u00dferen Hundegruppe? Setzen sich gr\u00f6\u00dfere spielende Gruppen, etwa auf einer Hundewiese, in bestimmten Mustern zusammen, beispielsweise nach Rassen oder Anzahl?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Hunde bestimmter Rassezugeh\u00f6rigkeit spielen bevorzugt in den jeweils hypertrophierten Verhaltensbereichen, auf die sie gez\u00fcchtet wurden, f\u00fcr die sie spezialisiert sind. So lieben Windhunde Renn- und Verfolgungsspiele, zeigen dabei die wildesten Kombinationen von Hakenschlagen und j\u00e4hen Kehrtwendungen, w\u00e4hrend sich etwa Retriever auf das Apportieren von St\u00f6ckchen, die in das Spiel eingebracht werden, konzentrieren. Nicht von ungef\u00e4hr spielen die jeweiligen Spezialisten nicht selten untereinander. Bestimmte Muster im Spiel korrespondieren also mit den speziellen F\u00e4higkeiten bestimmter Rassehunde. Die gr\u00f6\u00dfere Gruppe spielender Hunde kann nicht verallgemeinernd nach bestimmten Verhaltensmustern gekennzeichnet werden. Es kommt immer auf die involvierten Rassen an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Oftmals beobachten wir Rennspiele unter Hunden. Dabei wechseln sie oft die Rollen \u2013 J\u00e4ger, Gejagter. Gibt es daf\u00fcr einen besonderen Grund?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Sie lernen voneinander und miteinander. Sie lernen, sich auf bestimmte Situationen und bestimmte Funktionen einzustellen. Wem spielerisch viel geschieht, der kennt sich aus, den wirft so leicht nichts aus der Bahn, wenn ihm \u201edas Leben passiert\u201c. Rollenwechsel (zeitlich begrenzte Ver\u00e4nderung sozialer Beziehungen) ist wichtig, damit jeder Spielende auch sog. Handicap-Situationen kennenlernt (Gejagter in diesem Fall).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Laut Rudelstellungslehre ist Spielen (und Rennen) bei Hunden ein Zeichen von Stress und hat den Zweck, den anderen Hund zu einem stellungsgerechten Verhalten zu bringen. Halten Sie das f\u00fcr plausibel?<br \/>\n<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/playing-_dogs_Fed_Ped01.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2478 size-medium\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/playing-_dogs_Fed_Ped01-300x216.jpg\" alt=\"playing _dogs_Fed_Ped01\" width=\"300\" height=\"216\" srcset=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/playing-_dogs_Fed_Ped01-300x216.jpg 300w, http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/playing-_dogs_Fed_Ped01.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Dr. Feddersen-Petersen: Nein, damit kann ich nichts anfangen, das ist mir zu konstruiert. Die Natur macht (in ihren Abl\u00e4ufen) keine Spr\u00fcnge (<em>natura non facit saltus<\/em>), so wissen wir seit Carl von Linn\u00e9. Warum sollten Hunde in Bezug auf das Spiel eine solch krasse Ausnahme darstellen, anderen S\u00e4ugetieren (und V\u00f6geln) gegen\u00fcber? Solch sprunghafte Ver\u00e4nderungen gibt es nicht. Es gibt vielmehr Entwicklungen, wie uns die klassische biologische Systematik lehrt, die auch f\u00fcr das Verhalten \u2013 und die proximaten \/ ultimaten Ursachen tierlichen Spiels &#8211; gelten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>\u00a0klargestellt: Wann kann das Spiel unter Hunden in Mobbing kippen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0Dr. Feddersen-Petersen: Das passiert, wenn sich unter den Spielenden andere Motivationen und Absichten entwickelt haben, wenn eigentlich das, was wir sehen, kein freies Spiel mehr ist. Wenn gezwickt und bedroht wird, befinden sich die Hunde in einer Situation ernsthafter Auseinandersetzung und die Regeln des Spiels gelten nicht mehr. Diese Situation liegt etwa vor, wenn mehrere Hunde pl\u00f6tzlich einen \u201eSpielpartner\u201c kooperativ verfolgen und ihre ansteckende Aggression das steuernde Verhalten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Spielen Hunde auch alleine oder ist h\u00fcndisches Spiel immer Interaktion mit anderen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Und wie sie alleine spielen! Allein bedeutet mit sich und bestimmten Umweltausschnitten, Rasen, Strandsand oder Ger\u00f6ll etwa. Sie beziehen diese \u201eunbelebte Umwelt\u201c in ihre Kreativit\u00e4t ein und entwickeln Beziehungen zu ihr, sie lernen \u00fcber sie! Wie f\u00fchlt sich dieser Untergrund an, schmeckt mir Gras? Alles das bedeutet Vertrautheit gewinnen zur Umwelt und Anpassung an diese.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Worin unterscheidet sich das Spielen unter Hunden von dem zwischen Hund und Mensch?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Grunds\u00e4tzlich gar nicht, freies Spiel verl\u00e4uft zwischen Mensch und Hunden \u00e4hnlich wie unter Hunden, es ist sozial, kommunikativ und kognitiv entwicklungsf\u00f6rdernd, wird getragen von einer gewissen Leichtigkeit der Stimmung, in der Hunde und Menschen auch neue Wege zueinander finden k\u00f6nnen&#8230; K\u00f6rperliches Spiel zwischen Menschen und Welpen\/Junghunden ist so wichtig, weil so Vertrauen gewonnen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Im Sinne der Rudelstellungslehre ist es wichtig, dass der Mensch das Miteinander der Hunde m\u00f6glichst wenig st\u00f6rt. So soll man die Aufzucht von Welpen der Mutterh\u00fcndin \u00fcberlassen und darauf achten, dass die Welpen m\u00f6glichst wenig Au\u00dfenreizen ausgesetzt werden. Falls die Welpen eines Wurfes als nicht zueinander passend eingestuft wurden, soll der Wurf passend aufgeteilt werden. Wie wirkt sich das auf die Entwicklung der Welpen aus?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Das w\u00fcrde sich katastrophal auswirken, w\u00e4re eine Bremse f\u00fcr die Auseinandersetzung der Welpen mit ihrer Umwelt, etwa wenn diese den Menschen in seiner zentralen Rolle f\u00fcr das Hundeleben gar nicht kennenlernen k\u00f6nnten. Eine solche Einschr\u00e4nkung der Sozialisation w\u00fcrde zu sozialen Deprivationen f\u00fchren. Die Mutterh\u00fcndin ist nicht die bleibend zentrale Figur f\u00fcr die Hundewelpen, das ist vielmehr der Mensch, den Haushunde ja intuitiv dem Sozialpartner gegen\u00fcber vorziehen, wie immer wieder wissenschaftlich bewiesen wird. Unsere Haushunde richten ihr Verhalten an uns aus \u2013 das sollte verfeinert und unterst\u00fctzt werden. Was da sehr konstruiert gefordert wird, ist eine denkbar ung\u00fcnstige Lebensvorbereitung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Gehen wir \u00fcber das Spielen hinaus und kommen zur Kommunikation im Ganzen: In wie weit ist die Kommunikationsf\u00e4higkeit von Hunden ver<\/em><\/strong><strong><em>erbt, in wie weit ist sie erlernt?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/diverse-Rassen_01.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2480 size-medium\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/diverse-Rassen_01-300x198.jpg\" alt=\"diverse Rassen_01\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/diverse-Rassen_01-300x198.jpg 300w, http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/diverse-Rassen_01.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Dr. Feddersen-Petersen: Angeboren \/ erworben? Das ist die falsche Frage. Der Begriff \u201eangeboren\u201c hat seine T\u00fccken. Wenn gemeint ist, ob es rassentypische (bzw. geschlechtstypische) oder individuelle Dispositionen des Erlebens und Verhaltens gibt, die nicht durch Sozialisation bedingt sind, dann ist die Antwort eindeutig ja. Die mit dem Begriff \u201eangeboren\u201c meist verbundene Vorstellung \u201eunver\u00e4nderlich\u201c oder \u201eunbeeinflussbar\u201c indes ist falsch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hunde k\u00f6nnen ihre naturgegebenen Anlagen modifizieren, sie haben offene genetische Programme, sie k\u00f6nnen sie weiterentwickeln, umgestalten, unterdr\u00fccken oder verk\u00fcmmern lassen (bzw. wir bringen sie dazu). Und es gibt unter Hunden sicherlich auch ein F\u00fchlen und Verhalten, das verschiedenen Individuen verschieden schwer f\u00e4llt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt also genetische Veranlagungen f\u00fcr eine feingraduierte Kommunikation bei Hunden, die sich nur im Zusammenwirken intensiver Lernprozesse entwickeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kommunikation wiederum ist die Voraussetzung f\u00fcr die Etablierung von Beziehungen \/ Bindungen. Genau diese m\u00fcssen erfahren werden, so in der Sozialisierungsphase, die als sensible Phase eine besondere Qualit\u00e4t des Lernens erm\u00f6glicht. Bietet man Hunden diese M\u00f6glichkeiten nicht, so etwa bei Massenzuchten von Hunden, die ohne nennbaren Menschenkontakt aufwachsen m\u00fcssen, so kommt es zwangsl\u00e4ufig zu Verhaltensfehlentwicklungen durch Erfahrungsentzug diesem gegen\u00fcber (extreme \u00c4ngstlichkeit von Hunden). Wachsen Hunde ganz isoliert auf, erleiden sie hochgradige irreversible St\u00f6rungen (Kaspar-Hauser-Syndrom).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hunde sind hochsozial und sie sind an das Zusammenleben mit Menschen adaptiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In einer zwischenartlichen Gruppe zu leben und das Verhalten der Gruppenmitglieder in unterschiedlichsten Situationen decodieren zu k\u00f6nnen, erfordert fein graduierte Kommunikation und kognitive Prozesse auf hohem Niveau. Lernen voneinander ist obligatorisch.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt<\/em><\/strong><em>: <strong>Laut Rudelstellungslehre spielt in einem Rudel weder die Rassezugeh\u00f6rigkeit noch das Geschlecht eine Rolle, lediglich in ihrer K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe sollen die Tiere einander \u00e4hnlich sein. Kann man Hunde beliebiger Rassen und ohne R\u00fccksicht auf das Geschlecht zu einem \u201eharmonischen\u201c Verband zusammenstellen?<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Nein, das d\u00fcrfte schwierig sein. Harmonie setzt Kommunikation, intensives Kennen der Gruppenmitglieder und Etablierung von Beziehungen \/ Bindungen voraus. Und dieser Prozess wird mit Hunden, die \u00fcber vergleichbare Dispositionen im Verhalten verf\u00fcgen, somit einer Rasse oder \u00e4hnlichen Rassen angeh\u00f6ren, erfolgreicher und intensiver verlaufen, als n\u00e4hme man gar keine R\u00fccksicht auf die rassengebundenen Dispositionen. Auch die Geschlechterzusammensetzung spielt f\u00fcr die Harmonie von Hundegruppen nat\u00fcrlich eine gro\u00dfe Rolle, will man st\u00e4ndige Auseinandersetzungen vermeiden. Und das will man ja.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Gibt es Unterschiede zwischen den Hunderassen in der Kommunikationsf\u00e4higkeit?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Ja, bei brachyzephalen Rassen (<em>verk\u00fcrzte Sch\u00e4delform, Red.<\/em>) oder stark gesichtsbewollten Rassen z.B. sind die mimischen Elemente reduziert bzw. eben nicht sichtbar und der Gesamtausdruck wird vergr\u00f6bert, was hei\u00dft, dass der Signalwert f\u00fcr die Ausl\u00f6sung verschiedener Reaktionsbereitschaften kleiner wird. Auch die sehr vielgestaltigen Ohren unserer Haushunde wirken signalverarmend, ebenso wie eine starke Belefzung f\u00fcr die Lippenbewegungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rassen mit Wollhaaren k\u00f6nnen die Haare nicht aufstellen, w\u00e4hrend Rhodesian Ridgebacks \u00fcber die mittige \u201eDauerb\u00fcrste\u201c verf\u00fcgen. Diese Unterschiede k\u00f6nnen durch Kommunikationslernen kleiner werden. Auch die Laut\u00e4u\u00dferungen sind von Rasse zu Rasse recht variabel anzutreffen. Das alles hei\u00dft nicht, dass Hunde unterschiedlicher Rassezugeh\u00f6rigkeit nicht lernen k\u00f6nnen, einander zu verstehen. Aber die Affinit\u00e4t zueinander ist in der Regel gr\u00f6\u00dfer und die Prognose \u00fcber das Miteinander einfacher.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/3dogs_running.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2075 size-medium\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/3dogs_running-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/3dogs_running-300x199.jpg 300w, http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/3dogs_running.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em><br \/>\nklargestellt: Nach der Rudelstellungslehre soll der Mensch ausschlie\u00dflich mit den \u201eEck- oder Leithunden\u201c kommunizieren, die die menschlichen Anweisungen dann an die \u201eBindehunde\u201c weitergeben. K\u00f6nnen Hunde in einem Verband einander Anweisungen weitergeben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Nein, dazu gibt es keine genetische Disposition. So etwas ist von Menschen erdacht und den Hunden \u201e\u00fcbergest\u00fclpt\u201c worden. Es gibt unter Haushunden eben keine Eck- oder Leithunde oder Bindehunde mit immer wieder ganz speziellen F\u00e4higkeiten \/ Aufgaben im Rudel. Und Hunde haben keine genetisch determinierte \u201e\u00dcbersetzerfunktion\u201c menschlicher Anweisungen f\u00fcr andere Hunde. Das ist Menschenwerk, erdacht, um die Hundeszene zu verbl\u00fcffen, freundlich ausgedr\u00fcckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Rudelstellungsanh\u00e4nger wollen weg von Erziehung und Konditionierung. Sie reden in ganzen S\u00e4tzen mit ihren \u201eEck- oder Leithunden\u201c und sprechen au\u00dferdem von mentaler Kommunikation. Worin liegt der Unterschied zwischen der innerartlichen, h\u00fcndischen Kommunikation und der zwischen Mensch und Hund?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Nun, unserer digitalen Kommunikation k\u00f6nnen Hunde nicht folgen. Vielmehr lernen sie Wortbedeutungen assoziativ zum Klang unserer Stimme und zu weiteren analogen Mechanismen. Da unsere Sprache ganzheitlich, also im Verbund mit Mimik und Gestik und K\u00f6rpersprache dargeboten wird, funktioniert ihre Co-Decodierung sehr gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ganzen S\u00e4tzen mit Hunden zu sprechen, macht wenig Sinn, da Hunde unserer Sprache nicht m\u00e4chtig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das hundliche Ausdrucksverhalten zeigt weit mehr \u00dcbereinstimmungen als dasjenige zwischen Mensch und Hund. Man k\u00f6nnte also meinen, dass Hunde unsere Kommunikation st\u00e4rker zu decodieren lernen m\u00fcssen. Hunde haben sich aber in der langen Zeit des Zusammenlebens mit Menschen sehr auf diese eingestellt, beobachten uns exzellent und k\u00f6nnen uns sehr gut \u201elesen\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Es ist nichts Ungew\u00f6hnliches, dass Hunde und Katzen nicht nur friedlich in einem Haushalt zusammenleben, sondern oftmals eine enge Beziehung miteinander eingehen. Wie l\u00e4sst sich das vor dem Hintergrund sehr unterschiedlicher Genetik und Kommunikationsformen erkl\u00e4ren?<\/em><\/strong><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Hund-und-Katz_Fed_ped.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-2482 size-medium\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Hund-und-Katz_Fed_ped-300x225.jpg\" alt=\"OLYMPUS DIGITAL CAMERA\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Hund-und-Katz_Fed_ped-300x225.jpg 300w, http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/Hund-und-Katz_Fed_ped.jpg 400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Es sind beides Haustiere, die die \u00f6kologische Nische \u201eHausstand\u201c bewohnen, schon lange in Vergesellschaftung leben und sich deshalb dulden resp. aufeinander einlassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Kommen wir zu den Konsequenzen, die sich aus der Entscheidung, \u201enach RS zu leben\u201c ergeben: Noch vor dem Besuch des Workshops auf dem der Hund in seiner Stellung von Frau Ertel \u201eeingesch\u00e4tzt&#8220; wird, wird der Hund monatelang \u201eentschleunigt\u201c. Das bedeutet, er wird weitgehend von Au\u00dfenreizen abgeschirmt, sollte m\u00f6glichst nicht rennen, nicht spielen. Des Weiteren werden die Hunde von Hundebegegnungen abgeschirmt. Bei der Einsch\u00e4tzung selbst werden diese Hunde dann auf fremdem Terrain pl\u00f6tzlich mit vielen fremden Menschen konfrontiert und m\u00fcssen von ihrem Halter dabei vollst\u00e4ndig ignoriert werden. L\u00e4sst sich in einer solchen Situation eine zuverl\u00e4ssige Schlussfolgerung seiner (genetisch fixierten) Verhaltensweise ableiten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Nein. Ich w\u00fcrde nicht von \u201eEntschleunigung\u201c reden, sondern von inad\u00e4quater reizarmer Haltung, die dem Soziallebewesen Hund Schaden zuzuf\u00fcgen in der Lage ist. Ich kann nur wiederholen, dass hier etwas konstruiert wurde, zu dem kein Hund passt. Zuverl\u00e4ssige Schlussfolgerungen zu irgendwelchen Verhaltensweisen sind nicht zu erwarten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Nach der Einzelvorf\u00fchrung werden die frisch \u201eeingesch\u00e4tzten\u201c Hunde mit als \u201epassend\u201c deklarierten Hunden zusammengelassen, um das Ergebnis zu best\u00e4tigen. Dieselbe Frage: L\u00e4sst sich hierbei eine zuverl\u00e4ssige Schlussfolgerung ihres (genetisch fixierten) Verhaltens gegen\u00fcber anderen Hunden ableiten?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Hier l\u00e4sst sich gar nichts ableiten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Bei Mehrhundehaltern wird bei der Rudelstellungs-Einsch\u00e4tzung oft so genannter \u201eDoppelbesatz\u201c diagnostiziert, d.h. zwei oder mehr Hunde haben dieselbe \u201eStellung\u201c. In diesem Fall m\u00fcssen die Hunde sofort getrennt werden. K\u00f6nnen Hunde, die in einem Verband gleiche Rollen einnehmen, tats\u00e4chlich nicht zusammen leben?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Doch, das k\u00f6nnen sie in realistischen Gruppierungen. Hier aber geht es um Menschenerdachtes, das Hunde nicht erf\u00fcllen k\u00f6nnen. Diese Art der \u201eHundeeinsch\u00e4tzung\u201c hat nichts mit der Biologie von Hunden zu tun, ist tierfremd und tierschutzrelevant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Welche Wirkung hat eine solche Trennung auf langj\u00e4hrig zusammenlebende Hunde? K\u00f6nnen Hunde trauern?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Nat\u00fcrlich vermissen sie ihre Bindungspartner und trauern mehr oder weniger ausgepr\u00e4gt. Es gibt Hunde, die nach Trennungen sterben<strong><em>.<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: Von Rudelstellungsanh\u00e4ngern gibt es Berichte, wonach die \u201eEntschleunigung\u201c \u2013 Reizentzug, durch ausschlie\u00dfliche Haus- und Gartenhaltung, Verzicht auf Spazierg\u00e4nge und Vermeidung von Hundebegegnungen \u2013 zu einer deutlichen Entspannung der betreffenden Hunde gef\u00fchrt habe. Unter welchen Umst\u00e4nden ist dies m\u00f6glich?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Ich halte solche Reizentz\u00fcge f\u00fcr gef\u00e4hrlich und tierschutzrelevant.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>klargestellt: In einer nach Rudelstellungsgesetzen zusammengestellten Hundevergesellschaftung, so wird behauptet, k\u00f6nne ein etwa durch Handaufzucht von jeglichem sozialen Hundekontakt abgeschnittener und in \u00e4u\u00dferst reizarmer Umgebung aufgewachsener, deprivierter Hund aufgefangen werden und seine Defizite komplett aufholen. Dazu bed\u00fcrfe es keinerlei menschlicher Einmischung. Inwieweit wirken sich massive Traumata eines Individuums auf den Rest der Gruppe aus und ist diese wiederum in der Lage, den traumatisierten Hund zu heilen?<\/em><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dr. Feddersen-Petersen: Das geht \u00fcberhaupt nicht, weil diese Traumata wohl irreversibel sind, weil Hunde keine Therapeuten sein k\u00f6nnen und weil der Rest der Gruppe \u00fcberfordert ist mit einem sozial deprivierten Individuum in der Gruppe.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/last_pic_Fed_Ped.jpg\" target=\"_blank\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-2481 size-full\" src=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/last_pic_Fed_Ped.jpg\" alt=\"last_pic_Fed_Ped\" width=\"400\" height=\"267\" srcset=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/last_pic_Fed_Ped.jpg 400w, http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/last_pic_Fed_Ped-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/?p=2464\">TOP<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Dorit Feddersen-Petersen ist Ethologin und Fachtier\u00e4rztin f\u00fcr Verhaltenskunde mit Zusatzbezeichnung Tierschutzkunde. Als Dozentin am Institut f\u00fcr Haustierkunde der Universit\u00e4t Kiel leitete sie die Arbeitsgruppe vergleichende Verhaltensforschung. Sie wies als\u00a0erste durch Kreuzungsz\u00fcchtungen nach, dass die\u00a0Hunderassen vom Wolf abstammen und nicht, wie man bis dahin annahm, teilweise vom Schakal. Ihre B\u00fccher \u201eHundepsychologie\u201c und \u201eAusdrucksverhalten beim Hund\u201c [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[55,46,7],"class_list":["post-2464","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-interviews","tag-dorit-feddersen-petersen","tag-interview","tag-vererbung"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2464"}],"collection":[{"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2464"}],"version-history":[{"count":9,"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2464\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2498,"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2464\/revisions\/2498"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2464"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2464"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/rudelstellungen-klargestellt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2464"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}